Es ist kompliziert …
Plastik hat zu Recht einen schlechten Ruf. Bilder von Plastikmüll im Meer und Tieren, die daran verenden, rütteln auf. Auch ProSpecieRara will Plastik nicht fördern. Doch die Sache ist komplexer, als sie auf den ersten Blick scheint.
Ein Hauptproblem der weltweiten Plastikverschmutzung ist – neben dem hohen Verbrauch – ein vielerorts mangelhaftes Abfallmanagement. Die Polyethylenfolie (PE), die wir für den Versand unseres Magazins «rara» verwenden, gelangt in der Schweiz bei korrekter Entsorgung nicht in die Natur, sondern wird gesammelt, recycelt oder sachgerecht entsorgt.
Siehe dazu diesen SRF-Beitrag vom 29. Januar 2020
Mikroplastik: So wird Plastik zum Problem
Problematisch wird Plastik vor allem, wenn es falsch entsorgt wird. Durch Wind, Wetter und UV-Strahlung zerfällt liegen gebliebener Plastikabfall mit der Zeit zu Mikroplastik. Weitere wichtige Quellen sind der Abrieb von Autopneus und Strassenmarkierungen. Hinzu kommt primäres Mikroplastik, etwa in Kosmetikprodukten, sowie Kunstfasern aus Kleidungsstücken.
Siehe hierzu den SRF-Beitrag zu Mikroplastik
Vorschriften und Ökobilanz
Für den Versand unseres Magazins «rara» mussten wir lange die Vorgaben der Post berücksichtigen, die bis Anfang 2019 eine Verpackung für Zeitschriften vorschrieb. Als Alternative zur PE-Folie kam für uns ein Papierkuvert infrage.
Überraschenderweise schneidet die Folie in der Gesamtökobilanz etwas besser ab als das Papierkuvert. Zwar basiert Papier auf dem nachwachsenden Rohstoff Holz, seine Herstellung benötigt jedoch mehr Energie. Zudem ist ein Papierkuvert schwerer, wodurch beim Versand mehr CO₂ anfällt.
Grundlage dafür sind unter anderem eine Ökobilanz verschiedener Verpackungsvarianten für das WWF-Magazin sowie Informationen des Schweizer Parlaments.
Keine Folie aus nachwachsenden Rohstoffen
Auch Folien aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais- oder Kartoffelstärke haben wir geprüft. Wir sehen deren Einsatz kritisch, weil dabei Lebensmittel beziehungsweise landwirtschaftliche Flächen für die Herstellung anderer Güter genutzt werden. Dies kann – ähnlich wie bei Agrotreibstoffen – negative soziale und ökologische Folgen haben.
Wir prüfen laufend Alternativen
Seit Anfang 2019 wurden die Verpackungsvorschriften der Post gelockert. Deshalb haben wir auch den Offenversand ohne Verpackung geprüft. Für das Magazin «rara» wäre dieser grundsätzlich möglich.
Da wir dem Magazin jedoch jeweils einen personalisierten Spendenaufruf mit Einzahlungsschein beilegen, benötigen wir weiterhin eine Verpackung. Ein separater Versand würde zusätzliche Kosten und CO₂-Emissionen verursachen.
Aktueller Stand bei ProSpecieRara (Dezember 2025): Aufgrund unserer Abklärungen versenden wir das Magazin «rara» bis auf Weiteres in einer Schutzfolie aus Polyethylen. Dank ihres sehr geringen Materialverbrauchs weist sie unter den von uns geprüften Verpackungsvarianten derzeit die beste Ökobilanz auf. Gleichzeitig prüfen wir weiterhin valable Alternativen.
Ihr ProSpecieRara-Team
Tipp:
Ein sehr sympathischer Tipp hat uns von Niklaus Manser erreicht: «Schon seit einiger Zeit schneide ich folienverpackte Sendungen auf der kurzen Seite auf und kann dann die Schutzfolie noch einmal brauchen: entweder als Gemüsesäckli beim Einkauf oder als Schmutzsäckli nach dem Sporttraining.»