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Beeren erleben:

Beeren
Lange Zeit waren Beeren ein Geschenk der Natur. Während andere Obstsorten schon längst in Kultur genommen wurden, sammelte man Beeren in der Schweiz bis vor gut zweihundert Jahren noch grösstenteils in Wäldern, an Hecken und Waldrändern. Erst im 18. und vor allem im 19. Jahrhundert hielten sie verbreitet Einzug in unsere Gärten.
Begonnen hat die Beerenkultur in anderen Ländern, in Frankreich und England, später auch in Deutschland. Die ersten kultivierten Beeren stammten von europäischen Wildformen ab, die etwa ab dem 14./15. Jahrhundert in die Gärten verpflanzt wurden: Rote Waldhimbeeren, Felsen-Johannisbeeren, Walderdbeeren, Moschuserdbeeren. Unsere grossfrüchtigen Gartenerdbeeren hingegen sind erst viel später aus einer Kreuzung zwischen zwei amerikanischen Arten hervorgegangen.

Beerenzüchtung in der Schweiz
Hierzulande begann um 1920 die Forschungsanstalt Wädenswil, Erdbeeren und Himbeeren zu züchten. Parallel dazu wurden weiterhin zahlreiche ausländische Beerensorten eingeführt, die teilweise grosse Bedeutung erlangten, z.B. die französische Erdbeersorte Madame Moutôt. Die meisten Sorten verschwanden allerdings nach kurzer Zeit wieder aus dem Handel und Anbau, nur einige wenige konnten sich 30 oder mehr Jahre halten. Selbst erfolgreiche Erdbeerzüchtungen wie die «Wädenswil 6», die heute noch in Hausgärten angepflanzt werden, drohen zu verschwinden. Auf der Strecke bleibt dabei nicht selten der Geschmack.

Erhaltungsbemühungen
Ende der 1990er Jahre machte sich ProSpecieRara mit Hilfe von Suchaufrufen in Zeitungen und Zeitschriften auf die Suche nach den verbliebenen alten Beerensorten. Dabei kamen hunderte alter Sorten zum Vorschein, grösstenteils namenlos. Kurz darauf lancierte der Bund das Schweizerische Obst- und Beerensorteninventar, welches zahlreiche weitere Sorten zutage forderte. Alle gefundenen Sorten werden seither von ProSpecieRara in einer Vergleichssammlung angepflanzt, abgesichert und dokumentiert. Ein Teil davon wird der Öffentlichkeit in der Nationalen Beerensammlung in Riehen (BS) zugänglich gemacht. Derzeit gedeihen hier rund 400 verschiedene Beerensorten.

Bezugsmöglichkeiten für alte Beerensorten
Zur Zeit sind in Schweizer Baumschulen und Gärtnereien erst wenige alte Beerensorten erhältlich, insbesondere bei Beat Reller (Berneck SG), Peter Müller oMioBio (Lupfig AG) und in der Biobaumschule Glauser (Noflen BE). Das Angebot wird laufend ausgebaut.
Experimentierfreudigen Gönnern und Gönnerinnen bietet ProSpecieRara jedoch auch die Möglichkeit, ausgewählte Sorten über den Sortenfinder zu bestellen. Wir versenden in der Regel jedoch nur Vermehrungsmaterial, die Anzucht ist Sache der Betreuerin bzw. des Betreuers. Das abgegebene Pflanzenmaterial dient primär dem Sortenerhalt und wird deshalb nur in kleinen Mengen abgegeben (3 bis 5 Ableger, Steckhölzer, Rhizomteile etc.). Der Beerenversand erfolgt für die Erdbeeren im August und für das Strauchbeerenobst im November.
Wichtig ist, dass Sie uns mit sog. Meldekarten jährlich über den Zustand der Pflanzen auf dem Laufenden halten. Die erste Rückmeldung soll bei Erdbeeren 2 Jahre nach der Pflanzung erfolgen, bei Strauchbeeren nach 3 Jahren.

Auskünfte über den Anbau von alten Sorten
Generelle Anleitungen zu Anbau und Pflege von Beeren (Schnitt, Vermehrung, Düngung, Vorkulturen etc.) finden Sie in der gängigen Gartenliteratur. Die Gefahr, Beerensorten durch Krankheiten und Schädlinge, Mutationen oder als Folge von ungünstigen Witterungsverhältnissen zu verlieren, ist nicht zu unterschätzen. Es hat sich aber gezeigt, dass gerade in privaten Gärten die Beerenpflanzen oft wesentlich gesünder sind als in grösseren Anlagen. Die spärlichen und zum Teil widersprüchlichen Beschreibungen und Hinweise in der historischen Literatur erschweren die Formulierung von allgemein gültigen Anbau- und Sortenempfehlungen. Mit dem Verschwinden der alten Sorten ist auch das Wissen über deren Anbau verloren gegangen. Heute fehlen uns viele dieser Erfahrungen, und ob eine Sorte mit Erfolg angebaut werden kann, lässt sich meist erst nach einigen Anbaujahren entscheiden.
Deshalb sind wir alle auf die Erfahrungen «unserer» Sortenbetreuerinnen und Sortenbetreuer angewiesen.
Kontaktieren Sie uns

Claudio Niggli
Projektleiter Beeren
Telefon +41 61 545 99 17
Kontakt

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