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Ein Diner der besonderen Art
Es gibt verschiedene Methoden mit denen ProSpecieRara vom Aussterben bedrohte Nutztiere fördert. Zu ihnen zählt auch der genussvolle und bewusste Verzehr von Fleisch rarer Rassen. Dass dies nur auf den ersten Blick ein Widerspruch ist, erfuhren am vergangenen Freitag die Gäste eines Diners der Besonderen Art im Bündner Oberland.
Bündner Strahlenziegen gehören aufgrund ihrer Bestandeszahlen zu den gefährdeten Schweizer Ziegenrassen. Rund 25 von ihnen überraschten die Gäste des Herbstgitzi-Diners vom vergangenen Freitag in Obsersaxen, als sie in einem Umzug am Restaurant Central vorbeimarschierten.


Den Auftakt machten die Bündner Strahlenziegen der Familie Rohrer.


Stefan Geissmann, Geschäftsführer des Ziegenzuchtverband Graubünden, begrüsste die Diner-Gäste, informierte allgemein über den Stellenwert der Ziegen...


...und stellte die gefährdete Bündner Strahlenziege anhand der neugierigen Paradeteilnehmerinnen vor.

ProSpecieRara setzt sich gemeinsam mit dem Ziegenzuchtverband Graubünden für die Erhaltung und Förderung der attraktiven Bündner Strahlenziege ein. Neben Massnahmen wie zum Beispiel der Vermittlung von Zuchttieren und der Förderung der Bockhaltung, gehören dazu auch, auf die alte Bündner Rasse aufmerksam zu machen und deren Nutzung zu propagieren. Denn die Bündner Strahlenziegen sind wie alle unsere heimischen Nutztiere nur entstanden, um mit Fleisch und Milch einen Beitrag zu unserer Ernährung zu leisten. Will man der selten gewordenen Rasse wieder Aufwind geben, tut man deshalb gut daran, nebst züchterischen Massnahmen auch ihre Nutzung zu fördern. Um dies zu unterstreichen, luden die Projektpartner zum Bündner-Strahlenziegen-Herbstgitzi-Diner im Hotel Central in Obersaxen ein.


Philippe Ammann von ProSpecieRara öffnete mit drei kurzen Präsentationen zwischen den 4 Gängen das Fenster in die Welt der gefährdeten Nutztiere und zeigte auf, wie diese erhalten werden können.

Herbstgitzi vs. Ostergitzi
Der besondere kulinarische Anlasse fand im Rahmen des Projekts „Bündner-Strahlenziegen- Herbstgitzi“ statt, mit dem die beiden Projektpartner seit vier Jahren den Absatz der traditionellen Ziege wieder anzukurbeln versuchen. Dass sie dies mit Herbstgitzifleisch angehen und nicht wie üblich mit der Vermarktung von Ostergitzi, hat mehrere Gründe. „Ich habe Mühe mit der Schlachtung von sehr jungen Tieren, die wenig Fleisch am Knochen haben, an Ostern“, informiert Philippe Ammann, Stv. Geschäftsführer bei ProSpecieRara, am Diner. Viel besser gefällt es ihm, wenn mit dem Herbstgitzi-Konzept den Tieren ein artgerechter Weidesommer gegeben werden kann. Dass von der Bewegung und den feinen Alpenkräutern auch die Qualität des Fleisches profitiert, konnten die 40 Gäste des Diners im eigenen Gaumen entdecken. „Der viel spätere Schlachtzeitpunkt im Herbst ist aber auch für die Bewahrung einer gesunden und robusten Rasse von grossem Wert“, fügt Ammann an. Und so erfahren die Gitzispezialitäten-Liebhaber am Diner, dass die Zuchtauswahl, also die Aufteilung der Jungtiere in künftige Muttertiere und Schlachttiere, im Herbst viel besser erfolgen kann. Dies weil die Tiere im Herbst älter und Unterschiede im Körperbau oder der Gesundheit dadurch viel deutlicher erkennbar sind. Im viergängigen Menü verwertete der Central-Küchenchef Andreas Baselgia verschiedene Teile des Gitzi, nicht bloss die Edelstücke. Neben Gitzi-Hacktätschli, Ragout und Kotelette begleitet von Bündner Polenta, muss das hauchzarte Gitzirollbraten-Carpaccio an einer Vinaigrette aus wilden Kräutern aus der Surselva als ganz besonderer Höhepunkt hervorgehoben werden. Mit neuen kulinarischen Erfahrungen traten die zufriedenen Diner-Gäste den Heimweg an und Ammann und seine Projektpartner sind guten Mutes, dass der eine oder andere unter ihnen auch längerfristig auf den Geschmack nach der nachhaltigen Gitzispezialität gekommen ist. Die Bündner Strahlenziegen können es gebrauchen.

Herbstgitzi-Bestellaktion läuft
Wer Lust auf das zarte Fleisch mit der milden Wildnote hat, kann sich sein Bündner-Strahlenziegen-Herbstgitzi noch bis Ende September nach Hause bestellen. Informationen unter: www.prospecierara.ch/de/news/herbstgitzi


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