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Einspruch gegen ein neues Sojabohnen-Patent von Monsanto
Erneut wird mit Hilfe von Patenten die genetische Vielfalt privatisiert.
Mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen – darunter die Erklärung von Bern sowie Arche Noah – haben Einspruch gegen ein Patent eingelegt, das dem US-Konzern Monsanto im Februar vom Europäischen Patentamt (EPA) in München erteilt wurde. Monsanto beansprucht darin DNA-Sequenzen aus Sojapflanzen – obwohl der Konzern sie nur in der Natur entdeckt hat.

Das Patent erstreckt sich auf eine Auswahl von Sojabohnen, die an unterschiedliche Klimazonen angepasst sind. Nach dem Wortlaut des Patents wurden mehr als 250 Pflanzen von „exotischen“ Arten, die mit Sojabohnen verwandt sind, hinsichtlich ihrer genetischen Variationen getestet, die mit der Anpassung an Klima und Erntezeitpunkt in Zusammenhang stehen. Betroffen sind wilde und kultivierte Arten aus Asien und Australien. Im Patent beansprucht Monsanto die Verwendung von Hunderten DNA-Sequenzen, die der natürlichen genetischen Vielfalt der Pflanzen entspringen. Das Patent wurde auch in anderen Regionen wie den USA, Kanada, China und Süd-Afrika angemeldet, es wurde zuerst am EPA erteilt, seit September gilt es auch in den USA. Die Organisationen halten es für nicht gerechtfertigt, dass dieses Patent erteilt wurde. Denn das Europäische Patentübereinkommen (EPÜ), dem auch die Schweiz angehört, verbiete die Patentierung von Züchtungsverfahren – zu denen gehört nach Ansicht der Kritiker auch die Auswahl von geeigneten Pflanzen mit natürlichen, wünschenswerten Eigenschaften.

Auch aus Sicht von ProSpecieRara sind Patente wie diese, wie sie leider viel zu oft vom EPA erteilt werden, grundsätzlich abzulehnen. Denn auf der Grundlage solcher Patente können grosse Firmen wie Monsanto den Zugang zur genetischen Vielfalt, der wichtigsten Grundlage der Züchtung, behindern oder sogar blockieren. "Diese Patente gefährden die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaft an die Bedingungen des Klimawandels und sind ein Risiko für die Sicherung der Welternährung und der regionalen Ernährungssouveränität“, warnt auch François Meienberg von der Erklärung von Bern.

Zur Medienmitteilung von No patents on seeds

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3. Dezember 2014