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Saaser-Mutten-Schäferfest in Saas-Grund vom 12. Juli 2015
Am Sonntag, 12. Juli 2015, fand in Saas-Grund das traditionelle Schäferfest der Saaser-Mutten-Züchterinnen und -Züchter statt. Nebst dem Räudebad, dank dem die Schafe frei von lästigen Parasiten auf die Alpweiden ziehen können, standen der Informationsaustausch im Erhaltungsprojekt und die Geselligkeit im Zentrum des Festes.
Alljährlich Anfang Sommer findet in Saas-Grund das Schäferfest statt. Dabei werden die Schafe der Gemeinde zusammen auf die Sommersaison vorbereitet.


Züchter um Züchter kommen am Samstagabend bei den traditionellen Holzpferchen beim Camping Mischabel ausserhalb von Saas-Grund an.



Aufgeteilt nach Besitzer füllen die Saaser Mutten die Holzgatter auf dem angenehm schattigen Gelände. Etliche der Gehege bleiben leer und zeugen vom Rückgang der alten Rasse im Tal.


Am Sonntagmorgen um halb elf ist das Räudebad bereit und die ersten Gruppen werden zum Badekanal gebracht.


Ist das Bad frei, wird das Tor vom Vorgatter zum Bad geöffnet.



Ein Schaf nach dem anderen wird ins Wasser gestossen. Je grösser die Gruppe, je einfacher geht es vonstatten, da die Schafe aufgrund ihres Herdetriebes einander folgen. Der Zuführer hält zu forsche Schafe zurück, damit sie nicht auf ihre Vorgänger springen und hilft bei zaghaften Tieren nach.


Wenn es soweit ist, versuchen viele Schafe mit einem weiten Sprung dem ungewollten Nass zu entkommen. Der Kanal ist genug tief, so dass die Schafe komplett untertauchen können. Das ist sehr wichtig für eine effektive Behandlung und somit für einen guten Parasitenschutz.


Schafe sind für Tiere, die nicht freiwillig ins Wasser gehen, erstaunlich gute Schwimmer. Durch das Schwimmen im ca. 8 Meter langen Kanal dringt der parasitenabtötende Wirkstoff tief ins Fell ein.


Geschafft: am Ende des Kanals marschieren die Saaser-Mutten nach weniger als einer halben Minute über eine Rampe aus dem Räudebad.


Wieviel Wasser ins Fell eingedrungen ist, wird beim Abtropfen in der Ausstiegzone sichtbar. Natürlich ist dieser kurze Moment im Räudebad nicht wirklich ein schöner Moment für die Schafe. Das kurze und gegenüber z.B. dem Auftragen der Räudelösung mittels Schwamm deutlich wirksamere Prozedere gegen Ektoparasiten ist jedoch schnell vergessen und für die Gesundheit der Tiere von grosser Bedeutung.


Damit das Badewasser abtropfen kann, bleiben die Schafe wenige Minuten in der Abtropfzone. Schafe können sich fast wie Hunde schütteln und so mancher interessierte Beobachter kriegt ein paar Tropfen ab.


Ist das Wasser einigermassen abgetropft geht es zurück ins Gehege...


... wo es zur Mittagszeit nochmals Wasser gibt - diesmal vom Pfarrer und weniger gegen Parasiten, dafür umso mehr mit besten Wünschen für eine gesegnete Alpsaison.


Anschliessend informiert Philippe Ammann von ProSpecieRara über das laufende Rettungsprojekt für die Saaser Mutten. Unter anderem kann er über die Resultate der Genanalyse berichten, die interessante und für die Erhaltungszucht wertvolle Informationen über die Verwandtschaften der heute noch lebenden Saaser-Mutten-Widder liefern.


Bei herrlichem Wetter sitzten die Schäfer und viele interessierte Besucher anschliessend bei Speis und Trank zusammen und warten auf die Abendkühle, in der sich die Saaser Mutten auf den Weg zu ihrem Sommerdomizil oberhalb des Mattmarkstaudammes aufmachen.

Juli 2015 © ProSpecieRara