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Stadt-Tomaten: 50 verschiedene Sorten gedeihen
Während heute weltweit tätige Saatgutfirmen diktieren, was wir anbauen und somit essen, tauschte man früher selber vermehrtes Saatgut, um an neue Sorten zu gelangen. Um dieser Tradition wieder Aufschwung zu verleihen, hat ProSpecieRara im Rahmen des Projekts „Stadt-Tomaten“ Saatgut von 50 seltenen Tomatensorten verschenkt und organisiert im Herbst Samentauschbörsen in Zürich und Lausanne.
Die ’Vincent, die ’Reisetomate’, die ’Amish Pasta’ und 47 weitere ProSpecieRara-Tomatensorten standen in diesem Jahr zur Auswahl – so viele wie noch nie. Sie alle haben ihre ganz speziellen Eigenschaften und Geschichten. Eine Eigenschaft, die allen gemein ist, ist dass sie samenfest sind. Das heisst, sie können, wie früher üblich, selber und ohne qualitative Einbussen vermehrt werden. Saatgut abzugeben, damit die seltenen Sorten auf zahlreichen Balkonen und in Gärten vermehrt und danach getauscht oder verschenkt werden, ist die Grundidee des Projektes. Der Ansturm auf das Saatgut war so gross, dass bereits nach knapp zwei Wochen das Saatgut vergriffen war. Begleitet wird das Saatgut von einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, die den ganzen Kreislauf vom Saatgut zum Setzling, vom Setzling zur Frucht und von dort wieder zum Saatgut einfach erklärt.

Das Stadt-Tomaten-Fest
Am 6. September steht die Zürcher Stadthausanlage/Bürkliplatz ganz im Zeichen der Tomatenvielfalt. Das Herzstück bildet die Samentauschbörse, zu der alle mit ihrem selber vermehrten Saatgut eingeladen sind. Zudem können an einer Degustation 80 verschiedene Tomatensorten probiert werden und eine Jury kürt die diesjährigen Sieger des Fotowettbewerbs. Der Anlass findet in Zusammenarbeit mit Grün Stadt Zürich und im Rahmen von „Zürich isst“ statt. Er wird moderiert von Mona Vetsch, die selber aktive Stadt-Tomaten-Gärtnerin ist und bildet den Höhepunkt des seit 2012 laufenden Projektes Stadt-Tomaten. Zeitgleich findet in Lausanne la Fête des Tomates-Urbaines statt.

Globalisiertes Saatgut
Dass man Tomaten und andere Gemüsearten selber vermehren kann, ist heute nicht mehr selbstverständlich. Dies liegt nicht (nur) am mangelnden Wissen, sondern auch daran, dass die grossen Saatgutfirmen heute primär Hybridsorten auf den Markt bringen. Das sind Produkte aus komplizierten Kreuzungen mit dem Ziel, spezifische Sorteneigenschaften für eine einmalige Ernte zu fördern. Vermehrt man diese selber weiter, splitten sie wieder in verschiedene Aspekte ihrer Grosselterngeneration auf – die Ernte im Folgejahr wird enttäuschend, weil der einmalige Super-Effekt verloren gegangen ist.
Die Saatgutfirmen haben so die Gewissheit, dass Jahr für Jahr neues Saatgut gekauft werden muss. Da heute kaum noch anderes Saatgut verfügbar ist und weltweit nur noch ein paar wenige grosse Firmen den Saatgutmarkt beherrschen, liegt die Grundlage der globalen Ernährung faktisch in den Händen der Saatgutmultis wie Monsanto, Syngenta und Co. – eine beunruhigende Tatsache. Die Teilnehmer/-innen des Projekts „Stadt-Tomaten“ setzen mit ihrem Tun ein Zeichen für die freie Nutzung, Verfügbarkeit und Verbreitung von Saatgut. Weitere Infos dazu finden Sie
hier

24. März 2015, © ProSpecieRara
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Nicole Egloff
Projektleiterin Kommunikation, Medienverantwortliche
Telefon +41 61 545 99 33
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