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Erfolgreiches Stadt-Tomaten-Fest
Tausende Leute strömten heute auf den Zürcher Bürkliplatz, um die Vielfalt der Tomaten zu feiern und den freien Zugang zu Saatgut zu fordern.
Der Andrang an den Degustationsständen war enorm. 82 Tomatensorten galt es zu entdecken. Zwar waren sie gemäss Andi Meili, Leiter der Stadtgärtnerei Zürich und verantwortlich für die gelieferten Tomaten, infolge der kühlen Temperaturen in den letzten Tagen geschmacklich nicht ganz auf ihrem Zenit, dennoch waren die Unterschiede enorm und die Aha-Erlebnisse gross. Von den Lieblingssorten wurden dann auch fleissig Tomatenschnitze eingepackt – denn aus jedem Sämli wachsen wieder Tomaten.

Vielfalt für alle
Um die Mittagszeit wurde es auch in der Saatgut-Tauschbörse eng. Mit Kisten und liebevoll verzierten Tütchen wurden die für die verschiedenen Sorten bereitgestellten Kistchen gefüllt – und ebenso eifrig wieder geleert. Ein Grossteil dieser „Saatgut-Tauscher“ waren Leute, die im Frühling über www.stadt-tomaten.ch eine Portion von einer der 50 angebotenen Tomatensorten bestellt haben, diese aufgezogen und jetzt im Sommer, der mitgeschickten Anleitung folgend, auch Samen aus den Früchten geerntet haben. Das war denn auch die Hauptbotschaft des Festes: Vielfalt für alle! Vielfalt weitergeben und sie so am Leben erhalten.

Appell an die Schweizer Regierung
Was damit gemeint ist, wurde an den verschiedenen Diskussionsrunden erläutert. Unter der sympathischen Leitung von Mona Vetsch, die selber Stadt-Tomaten anbaut, gingen Béla Bartha, ProSpecieRara, François Meienberg, Erklärung von Bern, Amadeus Zschunke, Sativa Rheinau, Monika Messmer, Forschungsinstitut für biologischen Landbau und Peter Latus, Bundesamt für Landwirtschaft der Frage „Wem gehört das Saatgut?“ nach. Dass auch bestehende Sorten nicht mehr frei für die Züchtung weiterverwendet werden können, sobald eine Saatgutfirma eine Eigenschaft ausgemacht und diese patentiert hat, die zufällig auch in dieser Sorte vorkommt, sorgte für erstaunt-besorgte Gesichter. Ein Apell ging dann auch an die Schweizer Regierung: Während andere Länder wie Frankreich, Holland oder Österreich sich inzwischen offiziell gegen Patente auf Leben ausgesprochen haben, hat die Schweiz noch nicht Stellung bezogen.

Zufriedene Organisatoren
„Mit dem Anlass sind wir mehr als zufrieden“, sagt Béla Bartha, Geschäftsführer von ProSpecieRara. „Das Publikum war sehr heterogen – ein Teil kannte uns wohl schon gut und hat den ProSpecieRara-Spirit ans Fest gebracht. Ein grosser Teil war aber auch Laufkundschaft und kam zum ersten Mal direkt mit uns in Kontakt. Diese konnten wir hoffentlich mit dem Vielfalts- Virus infizieren, so dass sie künftig ebenfalls zu deren Erhaltung beitragen.“


Das Stadt-Tomaten-Fest fand in Kooperation mit Grün Stadt Zürich und im Rahmen von "Zürich isst" - dem Erlebnismonat rund um Ernährung, Umwelt und Genuss - statt.

  


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