Kräuter und Heilpflanzen

Ricola, Kräuterpfarrer Künzle und Appenzeller Alpenbitter – drei Begriffe, die mit Kräutern und Heilpflanzen eng in Verbindung stehen, stammen aus der Schweiz. Dennoch schreitet auch bei Rosmarin, Heilzwiebel & Co. der Verlust der Vielfalt zügig voran.

Kräuter und Heilpflanzen wurden in der Schweiz ursprünglich als Wildpflanzen gesammelt oder in grösseren Mengen aus dem Ausland importiert. Nur während der Weltkriegsjahre fand ein nennenswerter Anbau statt, weil der Import zum Erliegen kam. Versuche, in grösserem Stil Kräuter und Heilpflanzen anzubauen, scheiterten am Hochpreisland Schweiz.
Erst als sich Ricola in den 1980er-Jahren auf die Fahne schrieb, für ihren Kräuterzucker nur in der Schweiz gezogene Pflanzen zu verwenden, begann vorwiegend im Berggebiet der Anbau von Kräutern.

Und doch gibt es neben der Massenware aus dem Ausland auch die speziellen und alten Kräuter und Heilpflanzen, die traditionell in der Schweiz verwendet wurden und werden. Wir versuchen, diese zu finden und zu erhalten.

Spannende Sammlungen
Wer kennt sie heute noch: die Heilzwiebel, mit deren Saft man Hühneraugen entfernen kann, das Löffelkraut, das im Winter wichtige Vitamine liefert, oder die Engelwurz, deren Wurzeln kandiert gegessen werden? Neben alten Bekannten wie Rosmarin, Minze und Salbei gibt es zahlreiche weitere Kräuterarten, die es sich zu entdecken lohnt. Ausserdem gibt es von Rosmarin und Minze in unseren Sammlungen zahlreiche Sorten.  

In den Sammlungen gibt es jedoch praktisch keine Kräuter, die über Samen vermehrt werden, denn von Petersilie, Schnittlauch, Basilikum und weiteren generativ vermehrten Arten sind kaum noch alte Sorten zu finden. Die Tendenz, diese Pflanzen jedes Jahr (oder gar mehrmals jährlich) neu zu kaufen, anstatt sie selber anzuziehen und zu vermehren, führte zu diesem Verlust, während eine Minze oder ein winterharter Rosmarin ohne grossen Betreuungsaufwand in einem Garten ganze Jahrzehnte überdauern kann.

Auf der Suche nach weiteren alten Sorten
Um möglichst viele der noch irgendwo in der Schweiz wachsenden Sorten aufzuspüren und erhalten zu können, sind wir auf der Suche nach weiteren Raritäten.

Gesucht werden Pflanzen, die:

  • als Kräuter oder Heilpflanzen verwendet wurden (bitte Anwendung kurz beschreiben)
  • seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz angebaut werden
  • schon vermehrt wurden
  • eine besondere Eigenschaft zeigen (z.B. ausserordentliche Kälteresistenz, spezieller Duft etc.)

Bitte melden Sie Ihre Pflanzen bei Esther Meduna (Kontakt siehe rechte Seite). Bitte schicken Sie uns vorerst KEINE Pflanzen zu. Stellt sich Ihre Pflanze als interessant heraus, werden wir Sie um Pflanzmaterial bitten, um die Sorte in unseren Sammlungen auspflanzen und erhalten.

Aufwändige Erhaltungsarbeit
Die wiedergefundenen Sorten werden in Sammlungen oder in Privatgärten ausgepflanzt, gepflegt und bei Bedarf vermehrt. Das Ziel, jede Sorte an mindestens drei Standorten abzusichern, haben wir noch nicht erreicht. Wir sind deshalb weiterhin auf der Suche nach Sortenerhalter*innen.


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