Weiden

In Obhut des Menschen entstanden aus wilden Weidenarten über Generationen zahlreiche Sorten, die speziell zum Flechten von Körben, zum Aufbinden von Reben oder als Nahrungsspender für Bienen angebaut wurden. Der heute allgegenwärtige Plastik hat sie aber fast verdrängt.

So unterschiedlich die natürlichen Lebensräume in der Schweiz sind, so reich ist die Vielfalt der Weiden in unserem Land. Zu den rund 30 hier einheimischen, wilden Weidenarten gehört ebenso die imposante, bis 30 Meter hohe Silberweide (Salix alba) wie die nur wenige Zentimeter grosse alpine Krautweide (Salix herbacea). Für alle Weiden typisch: Sie sind zweihäusig, eine Pflanze ist also entweder männlich oder weiblich. Weiden prägen Landschaften, liefern Nahrung und bieten Lebensraum für unzählige Tierarten. Insbesondere die früh blühenden Arten liefern ersten Nektar und Pollen für Bienen und andere Insekten.

Entstehung der Weidensortenvielfalt
Korbflechter*innen legen Wert auf lange, unverzweigte Ruten und auf Eigenschaften wie Flecht-, Schäl- und Spaltbarkeit der Triebe. Weiter spielen für sie unterschiedliche Rindenfarben eine wichtige Rolle. Imker*innen bevorzugen Weiden mit reichhaltiger Pollen- und Nektartracht für ihre Bienenvölker. Und Winzer*innen schliesslich suchen feine, flexible und dennoch stabile Ästchen, mit welchen sie Rebenzweige aufbinden können. Die unterschiedlichen Ansprüche führten dazu, dass aus den Wildarten durch gezielte Auslese zahlreiche Kultursorten entstanden.

Schützenswerte Vielfalt
Die heute noch vorhandenen Weidensorten sind spannende Zeitzeugen einer Epoche, in welcher kein Plastik verfügbar war und geflochten Körbe unverzichtbare Transportgefässe bedeuteten.
Heute wird der Umgang mit Plastik in umweltbewussten Kreisen kritisch hinterfragt – eine Chance für die Wiederbelebung der selten gewordenen Weidensorten! Gärtner*innen bieten die Weiden mit ihren unterschiedlich gefärbten Ruten (von hellgelb über braun, grün, rot bis schwarz), den optisch teils sehr attraktiven Weidenkätzchen, einem schnellen Wuchs und als geflochtene Lebhäge, Weidenhütten oder Kopfweiden vielfältige Möglichkeiten.

Weidenvielfalt erhalten
In einem ersten Schritt sichern wir in einem 2016 gestarteten Projekt die noch verbliebenen Weidensorten mit Bezug zur Schweiz ab. Mehr zum Projekt

Weitere Weidensorten gesucht

  • Wissen Sie von alten Weidenbäumen oder -anlagen, von denen Flecht- oder Binderuten gewonnen wurden?
  • Kennen Sie Weiden, die von Imker*innen speziell als Frühlingstrachtpflanze gepflanzt wurden?

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme. Bitte benutzen Sie dazu das Formular 'Meldeblatt für Kulturweidensorten' auf dieser Seite. Nützlich sind auf jeden Fall auch Fotos der ganzen Weide, der Blätter sowie der Blüten. Herzlichen Dank!

Kontakt

Philippe Ammann
Stv. Geschäftsführer, Bereichsleiter Tiere und Vermarktung
Tel. +41 61 545 99 28

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