Kulturweiden anbauen und vermehren

Weiden sind so vielfältig, dass sich für jeden Geschmack etwas findet. Man kann sie zum Sichtschutz oder zur Spielhütte formen, den Insekten wertvolle Nahrung und Lebensräume bieten, damit Zweige von Rosen, Reben & Co. aufbinden oder Körbe flechten.

Unter den 29 Kulturweiden, die zurzeit in der Obhut von ProSpecieRara sind, finden sich für viele verschiedene Zwecke geeignete Sorten. So sind z.B. die frischen Zweige von ’Opas Bindeweide’, einer Sorte, die um 1920 in einer Zürcher Baumschule gezüchtet wurde, bestens geeignet, um Beeren oder Reben aufzubinden. Im Gegensatz zu Plastikbindern wachsen die Weidenknoten nicht ein und so entfällt die regelmässige Kontrolle. Wird der Knoten nicht mehr gebraucht, schneidet man ihn ab und lässt ihn auf dem Boden verrotten.

Die Flechtweide ’Eugenei’ wird schon seit 1860 verwendet. Nicht nur Körbe oder Rankhilfen lassen sich aus der sehr schnell wachsenden Sorte flechten, sondern auch lebendige Sichtschutzwände oder Weidenhütten. Mit ihren filigranen, im jungen Stadium pink-orangen Blättern, ist sie zudem eine wahre Augenweide.

Rot-violette Zweige hat die Imkerweide ’Aglaia’. Sie beginnt bereits Ende Februar mit sehr grossen, pelzigen Kätzchen zu blühen und liefert so für Hummel, Honigbienen und andere Insekten wertvolle erste Nahrung.

Kultursorten in Obhut des Menschen belassen
Die ProSpecieRara-Weidensorten sind in der Obhut des Menschen entstanden und sollen nur in kultiviertem Umfeld gepflanzt werden. D.h. sie gehören in Gärten, Parks oder Weinberge und nicht in die freie Natur. In dem wir sie nicht an Bachläufe oder Waldränder pflanzen, verhindern wir die Verkreuzung der Kultursorten mit den einheimischen Weidenarten, was bei gewissen Arten vorkommen kann.

Hier finden Sie ProSpecieRara-Weidensorten:
Das ProSpecieRara-Weidenprojekt läuft in enger Zusammenarbeit mit der Weidenspezialistin Dr. Sonja Züllig-Morf in Oberdorf/BL. Sie betreibt eine Weidenbaumschule und versendet über ihren Onlineshop auf www.salicetum.ch jeweils von Januar bis März Weidenstecklinge. Auch an einigen unserer Pflanzenmärkte ist sie mit einem Stand vor Ort.
Wir sind auch daran, ein Angebot von privaten Weidenvermehrer*innen für unseren Sortenfinder aufzubauen, stehen hier aber noch ganz am Anfang.

Weiden anbauen
Weiden sind grundsätzlich anspruchslose Wesen, die meist problemlos und rasch wachsen. Je nach Verwendungszweck gilt es aber ein paar Dinge zu beachten: Siehe dazu das PDF «Merkblatt Flechtweiden anbauen» auf dieser Seite.

Weiden vermehren
Will man die speziellen Eigenschaften der Weidensorten erhalten, muss man sie über Steckhölzer vermehren. Die meisten Sorten können ganzjährig geschnitten werden und wurzeln zuverlässig an. Am besten wählt man als Schnittzeitpunkt die Periode zwischen Blattfall und ca. Ende März. Soll eine Kopfweide geformt werden, wählt man möglichst lange, dicke Zweige aus; möchte man einen Zaun flechten, eignen sich lange, biegsame Ruten besser; hat man zum Ziel, möglichst viele Pflanzen zu ziehen, schneidet man aus einer Rute am besten mehrere, ca. 25 cm lange Stecklinge. In allen Fällen kann man die Ruten entweder im Wasser einstellen bis sich erste Wurzeln gebildet haben, anschliessend ein Pflanzloch ausheben und die Weide setzen, oder aber man steckt direkt den unbewurzelten Steckling direkt in die Erde (mindestens 20 cm tief) und hält ihn gut feucht und frei von Unkraut.

Offiziell Sortenerhalter*in werden
Wir sind auf der Suche nach Privatpersonen und Institutionen, die in ihrem Garten ProSpecieRara-Weidensorten ein Zuhause geben. Weitere Infos dazu finden Sie hier.

Buchempfehlung für Weidenfreund*innen

Allen die mehr Wissen wollen über Kulturweiden, über deren Sortenvielfalt, wofür sie sich eignen und wie man sie anbaut und erntet, denen empfehlen wir das Buch «Weiden Kultursorten» von Sonja Züllig-Morf.


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