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Ackerbohnen, ein fast vergessenes Grundnahrungsmittel
ProSpecieRara engagiert sich für Kulturpflanzen, denen droht, in Vergessenheit zu geraten. Eine dieser Pflanzen ist die Ackerbohne (Vicia Faba). Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung von Kulturpflanzen (NAP) wurde ein Projekt gestartet, in dem alte Schweizer Vorkommen von Ackerbohnen vermehrt und beschrieben werden. Ziel ist die alte Kulturpflanze wieder für die menschliche Ernährung anzubauen, idealerweise im Berggebiet von wo die erhaltenen Sorten meist stammen.
Literaturrecherche
In diesem Projekt werden die Pflanzen vermehrt und beschrieben, eine Grundvoraussetzung für deren Erhaltung. Wichtig auch zu wissen, wo die Ackerbohne, die im Volksmund auch Puff-, Sau-, oder Pferdebohne genannt wird, früher angebaut wurde und welches ihre Verwendungszwecke waren. Im Rahmen Ihrer Praktikumsarbeit hat Brigitte Epprecht zu diesem Zweck 2011 eine Literaturrecherche durchgeführt, deren Ergebnisse hier kurz zusammengefasst sind.

Die 'Kartoffel' des Mittelalters in der Schweiz
Die Ackerbohne war seit dem 1. Jahrtausend vor Christus in der Schweiz weit verbreitet, ursprünglich stammt sie aus dem Orient. Im Mittelalter war sie in ganz Mitteleuropa die wichtigste Hülsenfrucht für die menschliche Ernährung und wurde zudem auch als Viehfutter verwendet. Ackerbohnen waren als Nahrungsmittel sehr wichtig, und wurden in verschiedensten Formen verspiesen: Roh und ohne Schoten, wenn die Kerne noch grün und weich sind; gedörrt, geräuchert oder gemahlen als Brei und als Mischung mit Roggen und Gerstenmehl für das Brotbacken.

Da die Ackerbohne als Hülsenfrucht viel Eiweiss enthält, war sie für hart arbeitende Menschen bis ins 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine wichtige Nahrungsquelle. Danach begann das Verschwinden der Ackerbohne, denn Konkurrenz aus Mittel- und Südamerika erreichte Europa. Konkret wurde sie ersetzt und verdrängt durch die Gartenbohne (Phaseolus Vulgaris) und die Kartoffel.

In der Schweiz blieb der Anbau der Puffbohne vor allem im Bergackerbau länger erhalten, da die Anbaubedingungen dort für die neuen Arten nicht geeignet waren. Ackerbohnen haben eine relativ hohe Toleranz für Minusgrade, was sie für den Anbau in den Berggebieten prädestiniert.
Als dann vor etwa 150 Jahren der Bergackerbau nach und nach zugunsten der Viehwirtschaft aufgegeben wurde, verschwand auch die Ackerbohne von den Feldern und fand noch Zuflucht in einigen wenigen Bauerngärten.
Aus Gärten von Berggebieten stammen auch die meisten Vorkommen von Puffbohnen, die ProSpecieRara heute im Projekt vermehrt und beschreibt.

Projekt zur Erhaltung, Beschreibung und Vermarktung
Das Wissen um den Anbau, die Sorten und die Verwendung der Ackerbohne ist zu einem grossen Teil heute verloren. Dabei hat die Puffbohne ein grosses Potential und ist eine Wiederentdeckung wert. Eine Bachelorarbeit an der Fachhochschule ZHAW Wädenswil legte die Grundlage für die Beschreibung verschiedener Sorten, welche nun am Sortengarten Erschmatt über mehrere Jahre geprüft werden. Ziel ist die besten ProSpecieRara-Sorten zu bestimmen, welche für eine Produktion insbesondere im Berggebiet geeignet sind. Der Aufbau von Saatgut ist dabei ein weiterer Faktor, denn die tiefe Vermehrungsrate der Puffbohne erlaubt erst nach jahrelanger Vermehrungsarbeit den Anbau auf grösserer Fläche.

Partner: Sortengarten Erschmatt und Agroscope Changins-Wädenswil
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