#

E-Mail oder
Benutzername

Passwort

Anmelden
Neu registrieren
ProSpecieRara SchweizDEFRIT ProSpecieRara Deutschland







Weitere Themen:

Erhaltungsprojekt für Capra Grigia
Selten und grau wie Calanca-Tal-Granit ist sie, die Capra Grigia oder Graue Bergziege. ProSpecieRara setzt sich für die beinahe ausgestorbene Gebirgsrasse ein. Während die ersten Pionierjahre Ende der 1990er Jahre von der Suche nach den letzten verbliebenen Tieren geprägt waren, geht es jetzt darum, den Zuchttierbestand auf eine überlebensfähige Basis zu stellen.
Die Ziele des Projektes sind die Konsolidierung und Förderung des Zuchttierbestandes der Capra Grigia. Dafür werden folgende Massnahmen durchgeführt:

  • Führung eines zentralen Herdebuches.
  • Koordination (Zuchtleitung) und Begleitung (Regionalbetreuer) der Zuchtaktivitäten.
  • Verbreiterung der genetischen Basis durch Suche und Integration weiterer bislang unbekannter Zuchttiere.
  • Organisation von Züchtertreffen, Wissensaustausch

Ausgangslage
Seit 1997 setzt sich ProSpecieRara für die Rettung und den Erhalt der Grauen Bergziege ein. Alle verfügbaren Zuchttiere dieser alten Rasse wurden in einem zentralen Herdebuch erfasst und in den vergangenen Jahren möglichst gleichmässig miteinander verpaart. Nach der Formulierung des Rassestandards im Herbst 2005 konnte die Stiftung im Frühjahr 2006 beim Bundesamt für Landwirtschaft die Anerkennung als Schweizer Rasse bewirken. Dank der Koordination durch ProSpecieRara und der Mithilfe von engagierten Züchterinnen und Züchtern konnten im Herbst 2012 wieder knapp 440 registrierte Zuchttiere gezählt werden.

Das Erhaltungsprojekt für die Capra Grigia kann noch immer als Pionierprojekt angesehen werden. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit von ProSpecieRara mit dem im Frühjahr 2011 gegründeten Zuchtverein "Capra Grigia Svizzera". Zurzeit sind die Projektpartner dabei eine Gruppe von RegionalbetreuerInnen, die Betreuungs- und Koordinationsaufgaben übernehmen, aufzubauen.

Die Graue Bergziege ist gefragt. Die Herausforderung in den kommenden Jahren ist es, die Vermittlung der Tiere so zu gestalten, dass zielgerichtet neue Zuchtgruppen zusammengestellt werden können und alle Standorte und Tierdaten bekannt sind und bleiben. Dies setzt gute Beziehungen zwischen der Projektleitung und den Züchtern voraus.

Ein zentrale Herausforderung ist die persönliche Betreuung der einzelnen Züchter und die Tierbeurteilungen vor Ort. Die Knappheit an personellen und finanziellen Ressourcen sind Gründe dafür, dass die Begleitung der Zuchtbetriebe nicht immer optimal stattfinden konnte. Insbesondere das Nachhaken bei Betrieben mit lückenhaften Tiermeldungen stellt das Projektteam vor grosse Herausforderungen. Aber auch die Tiervermittlung ist arbeitsintensiv, da vor allem die Verhinderung von Inzucht bei der Kombination der Tiere eine grosse Rolle spielt.

Blutauffrischung
Im Frühjahr 2008 erfüllte sich ein grosser Wunsch der Projektleitung: im italienischen Chiavenna konnten 5 mit dem Schweizer Bestand nicht verwandte Tiere ausfindig gemacht werden. Das war die lang ersehnte Blutauffrischung.

Im Sommer 2010 entliefen im österreichischen Landeck eine Gruppe Jungböcke aus und genossen ein paar wilde Sommerwochen in den Grenzbergen. Einem Unterengadiner Bauern gelang es mit seiner Ziegenherde die temperamentvollen Ausbrecher einzufangen. Weil drei der Tiere grau gefärbt waren, fragte er ProSpecieRara an, ob die Tiere für das Projekt von Interesse seien. Obwohl es sich um Vertreter der Rasse "Bloobe Goass" handelt, die den Passeier Gebirgsziegen hahe steht, wurde beschlossen, zwei der Tiere als Blutauffrischung ins Capra-Grigia-Projekt aufzunehmen. In den folgenden Jahren sorgten die Böcke für Nachwuchs. Diese etwas besondere Blutauffrischung blieb jedoch wie geplant im kleinen Rahmen und es war wichtig, dass die Importtiere nur kontrolliert eingesetzt wurden und bald mit deren Nachwuchs weitergearbeitet wird, um den Einfluss der "Blooben Goass" mit schwachem Druck erfolgt.


Fehlende Bundesgelder überbrücken
Seit 2010 stehen keine Projektgelder von Seiten Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) mehr zur Verfügung, da ProSpecieRara als Stiftung nach neuer Auslegung der Tierzuchtverordnung durch das BLW keine Projekte mehr einreichen kann. Um das Rettungsprojekt finanziell absichern zu können, lancierte ProSpecieRara im Herbst 2010 ein Benefiz Kunstprojekt bei dem 25 Schweiner Kunstschaffende, darunter der Clown Dimitri und der Liedermacher Linard Bardill Werke zugusten der Capra Grigia schufen. Weitere Spenden und Tierpatenschaften sind nach wie vor wichtig und willkommen für die Fortführung der Arbeiten.

Weitere Projektarbeit

Seit 2011 der nationale Zuchtverein "Capra Grigia Svizzera" ins Leben gerufen wurde, hat sich das von ProSpecieRara in den vergangenen Jahren aufgebauten Netzwerks der Züchterinnen und Züchter weiter entwickelt. Der Zuchtverein bietet den aktiven Betrieben eine Koordinationsplattform und übernimmt nach und nach die operative Arbeit für die weitere Förderung und Etablierung der Capra Grigia. "Capra Grigia Svizzera" reiht sich so in den Kreis der ProSpecieRara-Zuchtvereine ein. ProSpecieRara steht dem noch jungen Verein als tatkräftige und begleitende Partnerin zur Seite und arbeitet im Vorstand am gemeinsamen das Projekt für die stolze Capra Grigia mit.

2014: Eine neue Alp für die Capra Grigia
Nachdem die Alp de Lagh im Misox infolge Steinschlags geschlossen werden musste, konnte im Averstal eine neue Alp gefunden werden, die exklusiv den Grauen Bergziegen zur verfügung steht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Helfen Sie mit!
Unterstützen Sie das Erhaltungsprojekt für die Capra Grigia mit einer Spende. ProSpecieRara hat dafür ein Konto eingerichtet: PC 90-1480-3 Vermerk: "Capra Grigia". Herzlichen Dank!

Juni 2014, © ProSpecieRara