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Absicherung und Förderung der Vielfalt der Flecht-, Binde- und Imkerweiden
Weil die Menschen einst viel anfangen konnten mit den Weiden und weil für die verschiedenen Bedürfnisse unterschiedliche Eigenschaften benötigt wurden, entstand eine grosse Vielfalt verschiedener Kulturweiden-Sorten. Die dadurch hervorgegangene, faszinierende Flecht-, Binde- und Imkerweidenvielfalt geriet ins Vergessen und verschwindet mehr und mehr. Mit diesem Projekt gibt ProSpecieRara Gegensteuer.
Die natürlichen Weidenarten: Ursprung der kultivierten Weidensorten
So unterschiedlich die natürlichen Lebensräume der Schweiz sind, so reich ist die Vielfalt der Weiden im Land. Zu den rund 30 einheimisch vorkommenden, wilden Weidenarten gehört die imposante, bis 30 m hohe Silberweide (Salix alba) ebenso, wie die nur wenige Zentimeter gross werdende, alpine Krautweide (Salix herbacea). Für alle Weiden typisch ist, dass sie zweihäusig sind, d.h. es gibt rein männliche und weibliche Pflanzen. Die allermeisten Weiden lassen sich vegetativ über Stecklinge vermehren. Weiden liefern Nahrung und Lebensraum für unzählige Tierarten und prägen die Landschaft. Insbesonders die früh blühenden Arten liefen als erste Pflanzen im Jahr Pollen und Nektar und sind dadurch für Bienen und viele andere Insekten wertvoll.

Entstehung der Weidensortenvielfalt
Seit Jahrtausenden nutzt auch der Mensch die Weiden: um Korbwaren herzustellen, im Rebberg Triebe zu binden oder als Futterpflanze für seine Bienenvölker. Während die Korbflechter sich für lange, unverzweigte Ruten interessieren und auf Eigenschaften wie die Flecht-, Schäl- und Spaltbarkeit der Triebe sowie auf die Farbvariationen der Rinde und des geschälten Holzes Wert legen, suchen Imker Weiden, die reiche und anhaltende Pollen- und Nektartracht für ihre Bienenvölker liefern. Aus Wildarten entstand durch die Selektion des Menschen auf diese unterschiedlichen Eigenschaften eine Vielfalt an Kulturweiden-Varietäten.

Wieso ist die Vielfalt der Weidensorten schützenswert?
  • Die vom Menschen genutzten und durch seine Selektion entstandenen Weiden-Varietäten erzählen uns heute die Geschichte der einst bedeutenden Korbflechterei. Sie sind Rohstoff für traditionelles und zeitgenössisches Handwerk und Teil unserer Kulturgeschichte.
  • Die durch die Nutzung entstandene Weidenvielfalt ist über einen grossen Zeitraum entstanden und ist heute gefährdet. Diese Vielfalt soll Weidenflechterinnen und –flechtern heute und morgen weiter zur Verfügung stehen bleiben.
  • Die Erhaltung der Vielfalt an Weidensorten setzt ein Zeichen für die Nachhaltigkeit und macht auf einen umweltschonenden und nachwachsenden Rohstoff aufmerksam.
  • Mit der Förderung der Pflanzung mannigfaltiger Weidensorten profitieren viele wildlebende Tiere, wie Insekten und Vögel. Und auch für die Honigbienen stellen die Weidensorten wertvolle Nahrungsquellen dar.
  • Viele Weidensorten können zur Absicherung auch als Kopfweiden kultiviert werden, welche nebst wertvollem Lebensraum für Tiere auch attraktive Elemente im Landschaftsbild darstellen.

Projektziele

  • Beschreibung und Inventarisierung der heute noch existierenden Weidensorten mit einem kulturhistorischen Bezug zur Schweiz
  • Absichern des kulturhistorischen Hintergrundes
  • Dezentrale Pflanzungen zur Absicherung der Weidensorten (Sortengärten und Einzelstandorte)
  • Zugang zu Weidensortenpflanzen und zu Sorteninformationen schaffen
  • Nutzung der Sortenvielfalt fördern

Informationen zu ProSpecieRara-Weidensorten finden Sie hier.

Projektpartner
Für dieses Projekt arbeitet ProSpecieRara mit Frau Dr. Sonja Züllig-Morf (www.salicetum.ch) zusammen, die als Apothekerin, Fachfrau für naturnahen Garten- und Landschaftsbau sowie als Sachkundige bezüglich Weidensystematik und Anbau von Kulturweiden eine zentrale Rolle spielt. Für die Absicherung der Weidensorten arbeiten wir in einem Netzwerk mit Gärnereien, Institutionen und Privatleuten zusammen.

Ablauf
Dieses Erhaltungs- und Förderungsprojekt startete ProSpecieRara im Frühling 2016. In der ersten Phase wird es darum gehen, die noch vorhandenen Sorten zu inventarisieren und zusammen mit Dritten an neu zu schaffenden Standorten abzusichern. Parallel dazu werden die Sorteninformationen aufbereitet, in der ProSpecieRara-Sortendatenbank abgesichert und online (im ProSpecieRara-Sortenfinder) für alle Interessierten zugänglich gemacht. Bisher wurden 24 Sorten so aufgearbeitet (Stand August 2018)

Ein Muttersortengarten entsteht
2017 konnte in Zusammenarbeit mit dem Verein Sozialpsychiatrie Baselland  in Erschwil SO ein Muttersortengarten erstellt werden, der mit 1'600 Steckhölzern von 16 Weidensorten bepflanzt wurde. Dies war ein wichtiger erster Schritt für eine dezentrale Sortenabsicherung. Weitere Sortengärten sind nötig, um breiter absichern zu können.

Sortenabsicherung im Erhalternetzwerk
Im Rahmen des Projekts konnten bislang 20 ehrenamtliche Sortenerhalter dafür gewonnen werden, die Sorten breiter abzusichern (Stand August 2018). Auch dieses Absicherungsnetzwerk soll weiter ausgebaut werden. Viele verschiedene Standorte werden nebst höhren Sicherheit auch helfen, das Thema der Weidenvielfalt bekannter zu machen. Wer bei der Sortenabsicherung mithelfen will, ist eingeladen, sich bei uns zu melden (per Tel. 061 545 99 28 oder per Email).

Finanzierung
Das vorliegende Projket liegt uns sehr am Herzen und wurde daher trotz unvollständiger Finanzierung gestartet. ProSpecieRara sucht darum dringend finanzielle Mittel, um die nötigen Arbeiten abdecken zu können. Spenden sind darum sehr willkommen. Herzlichen Dank.

August 2018, © ProSpecieRara


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