#

E-Mail oder
Benutzername

Passwort

Anmelden
Neu registrieren
ProSpecieRara SchweizDEFRIT ProSpecieRara Deutschland







Weitere Themen:

Projekt Staudengarten im Neuen Wenken
Auf dem Gelände der Clavel-Stiftung im Wenkenhof in Riehen/BS gibt es neben dem englischen Landschaftspark auch den so genannten französischen Garten, der bereits 1736 entstanden ist. Angrenzend an diesen liegt der ehemalige Potager, der Gemüsegarten, welcher 2007 von ProSpecieRara neu bepflanzt wurde.
1735 entstand auf dem Wenkenhof ein eingeschossiges Lusthaus mit einem Garten «im französischen Geschmack» nach einem Vorbild aus Versailles, mit Lindenalleen und verschiedenen steinernen Figuren und Bassins. Westlich dieses französischen Gartens erstreckte sich ein Gemüsegarten, der «neue Garten», mit rechteckigen Beeten und einem Springbrunnen. Der Wenkenhof wechselte mehrmals den Besitzer und die Gestaltung des französischen Gartens und auch des Potager wurde jeweils den Wünschen und Bedürfnissen der neuen Herrschaften angepasst.

Das Ehepaar Clavel
Um 1917 erwarben Alexander und Fanny Clavel-Respinger das Grundstück. Unter ihnen erlebte der neue Wenken eine Erweiterung und Umgestaltung im grossen Stil. Sie bauten das Herrenhaus zu einem neubarocken Repräsentationsbau um und beauftragten die renommierten Gartengestalter «Gebrüder Mertens» aus Zürich mit der Wiederherstellung des französischen Gartens. Dieser war zuvor grösstenteils zu einem englischen Landschaftspark mit geschwungenen Wegen umgewandelt worden. Der Gemüsegarten war schon seit längerer Zeit viergeteilt.

Dem Zeitgeist entsprechend legten die Gebrüder Mertens 1917/18 den Vorschlag für einen Architekturgarten vor, der die geometrische Ausrichtung der Anlage vorsah. Dieser Vorschlag kam auch dem Barockisierungswunsch von Alexander Clavel entgegen, das Projekt wurde entsprechend ausgeführt.

Um 1934 erfolgte die Begradigung der Bettingerstrasse, was eine deutliche Vergrösserung des südlichen Teils des ehemaligen Gemüsegartens ermöglichte. Die damalige Bepflanzung ist nicht bekannt, um 1969 lagen jedoch Vorschläge von Alexander Clavel zu einer Neubepflanzung der Beete mit Rosen vor. 1979/80 legten Hans Jakob Barth und Paul Schönholzer, Gartenarchitekten in Riehen, einen Blumengarten im alten Potager an. 2006 stand diese Bepflanzung nach einem Schädlingsbefall vor dem Aus. Die Zusammenarbeit zwischen der Clavel-Stiftung, der Gemeinde Riehen und ProSpecieRara ermöglichte eine neue Nutzung und Bepflanzung.

Staudenbepflanzung
Als Thema für die Staudenbepflanzung bot sich deshalb an, Pflanzen zu verwenden, die auch die Gebrüder Mertens in Ihrem Angebot führten und auch selber verwenden. ProSpecieRara hat Kataloge der Gebrüder Mertens aufgenommen und im Archiv des Institutes für Geschichte und Theorie der Landschaftsarchitektur an der Hochschule in Rapperswil recherchiert. Von Plänen der Gebrüder Mertens wurden die verwendeten Pflanzensorten in die Datanbank aufgenommen. Bei der Suche nach noch heute vorhandenen Pflanzen wurden aktuelle Sortimentskataloge im In- und Ausland durchgekämmt. Aufgrund der Resultate dieser Suche erfolgte die Pflanzplanung.

Bei der anforderungsreichen Pflanzplanung stand also nur noch eine eingeschränkte Pflanzenauswahl zur Verfügung. Gleichzeitig wollte ProSpecieRara aber auch ein emöglichst grosse Vielfalt der Pflanzen der Gebrüder Mertens zeigen. So hat es nun neben seltenen Arten, auch solche die noch häufiger in Gärten anzutreffen sind.

Der Garten ist in vier grössere Abteile unterteilt, welche wiederum je vier Beete aufweisen. Diese sind alle je einem bestimmten Thema zugewiesen. Die Pflanzengruppen in den einzelnen Beeten haben je ihren eigenen Blütenhöhepunkt, die einen im Frühling, andere im Sommer oder Herbst.

Die vier Abteile
Der Mauer zum französischen Garten entlang sind Pfingstrosen gepflanzt, welche die Gebrüder Mertens bereits im Sortiment hatten. Es gibt ein Beet mit Iris und Mohn, eines mit Edel- und Kugeldisteln, welches in Blau- und Silbertönen gehalten ist, eines mit Staudensonnenblumen ganz in Gelb, Sonnenbräuten und Sonnenhüten, alte Rosen, Rittersporn und Phlox, Astern und Chinaschilf, Frühlings- und Sommerastern mit Fackellilien, Lilien und Glockenblumen, Taglilien mit Malven, Herbstanemonen und Eisenhut und eines mit diversen anderen Stauden. Vom Frühling bis in den späten Herbst verzaubern blühende Beete die Besucher. Den Auftakt machen im März und April Tulpen, die bereits anfangs des 20. Jahrhunderts von den Gebrüder Mertens verwendet wurden. Unter all diesen Stauden sind auch alte Bekannte, aber auch solche, die praktisch aus den Gärten verschwunden sind, wie zum Beispiel die Kompasspflanze. Der Schaugarten mit seiner grossen Pflanzenvielfalt kann auch als Inspiration für den eigenen Garten dienen.