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Rettung der Saaser Mutten
Im Saastal und dem angrenzenden Simplongebiet wird seit Schäfergenerationen mit einem speziellen Bergschaf geschäfert, das dem Bergamaskertyp entspricht. Der Bestand dieses sehr alptüchtigen Schafes ist in den letzten 15 Jahren schätzungsweise um ca. 75% gesunken. Deshalb startete ProSpecieRara zusammen mit engagierten Züchtern ein Rettungsprojekt für die Saaser Mutten.


Die Saaser Mutten gehören zu den Bergamaskerschafen, die ihren Ursprung in der Lombardei in der Region Clusone, nordöstlich von Bergamo haben und sich in den vergangenen Jahrhunderten über weite Teile Oberitaliens ausbreiteten. Sie gehören zu den grössten Schafen, die es gibt und gelten als sehr zutraulich. Man sagt ihnen nach, dass sie sehr enge Beziehungen zu ihren Betreuungspersonen aufbauen. Über die Wanderviehwirtschaft kamen die Bergamaskerschafe vor langer Zeit auch in die schweizer, österreichischen und deutschen Alpen. In einigen dieser Regionen spielten sie bei der Entstehung anderer Rassen massgeblich mit. Rassen wie das Bayrische Weisse Bergschaf und das Tiroler Bergschaf entstanden in züchterischem Kontakt mit Bergamaskerschafen. In der Schweiz war es das Engadinerschaf, das aus Kreuzungen lokaler Rassen mit den Bergamaskern entstand.
Das Oberwallis gehört zum den nördlichen Ausläufern des Verbreitungsgebiets der Bergamaskerschafe. Im Gebiet im und um das Saastal erfolgte keine Verkreuzung mit anderen Schafrassen, so dass der Bergamaskertyp in den abgeschiedenen Tälern dieser Region erhalten blieb und sich zu einem Lokalschlag entwickelte. Die Schäferei mit Bergamaskerschafen hat im Saastal Tradition und der lokale Typ des Bergamaskers war im Saastal lange Zeit das vorherrschende Schaf. Dass es sich um einen lokal angepassten Ökotyp handelt, bestätigen Aussagen heutiger Züchter, die berichten, dass nur weinig Zuchttiere von auswärts an der Saaser Schafzucht beteiligt waren.

Projektstart
Im Spätsommer 2013 zeichnete sich ein Bild ab, das zu Befürchtung Anlass gab, dass die Bergamaskerschafe im Saastal am verschwinden sind: sowohl die Anzahl Tiere wie auch die Anzahl Züchter nehmen stark ab. Und auch das Fehlen eines ausreichenden Züchternachwuchses machte Sorgen. ProSpecieRara startete darum im August 2013 eine Analyse mit dem Ziel, den status quo zu erfassen und abzuklären, was zu unternehmen ist, um den lokalen Saaser Schlag der Bergamaskerschafe erhalten.
Am 25. März 2014 trafen sich auf Einladung von ProSpecieRara und dem Landwirtschaftlichen Zentrum Visp 14 und somit gut die Hälfte der noch aktiven Züchter in Saas-Grund zu einem ersten Treffen. Es wurde miteinander besprochen, was unternommen werden kann, um den massiven Rückgang des traditionellen Schafes zu stoppen. Als Hommage an das letzte Refugium der Schafe, die einst im ganzen Simplongebiet vertreten waren und sich heute nebst ein paar wenigen Beständen nördlich der Alpen und eines einzigen, übrig gebliebenen Schäfers im Simplontal nur noch auf die Saaser Gemeindegebiete beschränkt, beschlossen die Anwesenden, das Rettungsprojekt unter dem Namen "Saaser Mutten" zu führen.

Sommer 2014: Tierinventar läuft an
Als erster Projektschritt wurde beschlossen, dass alle Züchterinnen und Züchter alle verfügbaren Tierdaten an ProSpecieRara melden, damit die Stiftung ein Zuchtbuch eröffnen kann. Dieses wird als Grundlage für eine Erhaltungszucht mit möglichst tiefen Inzuchtwerten dienen. Für dieses Inventar stellt ProSpecieRara Erhebungsformulare zur Verfügung, die helfen, alle bekannten Daten anzugeben.

Herber Rückschlag an der Schafscheid
Am Samstag, 13.9.14 fand in Saas-Almagell die jährliche Schafscheid statt. Leider fehlten 103 (!) Tiere. Mehr Informationen finden Sie hier.

Lichtblick: es melden sich viele Interessierte, die bei der Erhaltung aktiv mitmachen wollen. ProSpecieRara sammelt alle Adressen. Herzlich willkommen sind vor allem auch Interessiert aus dem Saastal und Umgebung. Auch wegen der ungeklärten Lage der vermissten Schafe gibt es zurzeit quasi keine Tiere zu kaufen. Nächster Zeitpunkt für das Kaufen von Tieren ist das frühe Frühjahr (Februar/März 2015). Dann werden von den Lämmern, die im Tal in den Ställen zur Welt gekommen sind, Tiere verkauft.

Dezember 2014: Verwandtschaftsanalyse gestartet
Im Dezember 2014 startete ProSpecieRara zusammen mit dem Tierspital Bern eine Verwandtschaftsanalyse, die helfen wird, die Erhaltungszucht optimal planen zu können. Mehr zur Blutentnahmeaktion für die Verwandtschaftsanalyse finden Sie hier.

Weniger Tiere als erhofft
Im Februar 2015 konnte ProSpecieRara erste Resultate der Tiererhebung vermelden. Nach der Verarbeitung der Meldugen von fast allen bekannten Betrieben bestätigen die Zahlen die Befürchtung, dass die einst grossen Bestände im Tal massiv eingebrochen sind:
64 Widder (41 weisse und 23 farbige)
334 Auen (212 weisse und 122 farbige)
Total 379 Tiere (Stand 23.2.2015)

Tierbestand am 16.6.2015: Total 445 Tiere
73 Widder (45 weisse und 28 farbige)
372 Auen (232 weisse und 140 farbi
ge)

Bessere Überwachtung dank Satellitensender-Halsbänder
Um die Saaser Mutten während des Alpsommers besser überwachen zu können, wurde zusammen mit den Schafhaltern im Saastal abgeklärt, welche zusätzlichen Massnahmen umgesetzt werden können. Weil die verschiedenen Dörfer ihre Tiere auf verschiedenen Alpbereichen sömmern, konnte kein Behirtungssystem augezogen werden. Um dennoch besser kontrollieren zu können, wurde beschlossen, einzelne Leitschafe mittels Satellitensendern zu versehen. Das Ziel dabei ist, bei Kontrollgängen die Tiere im Gelände einfacher zu finden und zudem schneller bein den Schafen sein zu können, wenn Tiere z.B. bei schlechtem Wetter in heikle Gebiete unterwegs sind oder Tiere gestohlen werden. Dank eines Sponsors konnten im Juni 2015 sechs Schafe besendert werden. Sollte sich das System nach einer Testphase bewährt haben, ist die Anschaffung weiterer Sendehalsbänder geplant, um möglichst viele der Schafgruppen überwachen zu können.

Zweites Halbjahr 2015: die Resultate der Verwandschaftsanalyse liegen vor
Informationen zu den Resulaten der Verwandtschaftsanalyse finden Sie hier.

Auf der Seite des Zuchtbuches gilt es, weiter am Ball zu bleiben, bislang noch nicht erfasste Tiere und natürlich die neue 2015er Lämmergeneration zu erfassen. Dazu gehört auch die Hilfe beim Vermitteln von Tieren an bestehende und neue Betriebe.

Tierbestand am 5.1.2016 Total 445 Tiere
73 Widder (45 weisse und 28 farbige)
372 Auen (232 weisse und 140 farbi
ge)


Juni 2016: die neue Alpsaision steht vor der Türe
Nach der erfolgreichen Versuchsphase im Sommer 2015 mit 6 Sendehalsbändern konnten wir im Juni 2016 zehn weitere Halsbänder an die Schäfer im Saastal übergeben. Ein Grossteil der Schafherden kann somit über die jeweiligen Leitschafe via Satellit resp. Internet-Kartenprogramm überwacht werden. Besonders erfreulich ist, dass Dank des einfacheren Auffindens der Schafe die Intervalle der Kontrollgänge zu den Schafen kürzer wurden. Da alle Betriebe, die ein Sendehalsband nützen können ihre Tiere ans ProSpecieRara-Zuchtbuch melden, profitiert die Absicherung der Verwandtschaftsdaten und das Monitoring der Bestände ebenfalls von der Besenderung der Tiere.

Tierbestand am 2.6.2016 Total 508 Tiere
100 Widder (53 weisse und 47 farbige)
408 Auen (255 weisse und 153 farbi
ge)

August 2016: Promiente Walliser Persönlichkeiten wertschätzen das Engagement für die Saaser Mutten
Es freut uns enorm, dass unsere Rettungsprojekt für die Saaser Mutten von namhaften Walliser Persönlichkeiten Zuspruch erhält. Wer mit dabei ist und die Promis zum Projekt sagen finden sie hier: Allianz für die Saaser Mutten.

Tierbestand am 24.8.2016 Total 547 Tiere
108 Widder (56 weisse und 52 farbige)
439 Auen (263 weisse und 176 farbi
ge)


Ihre Spende hilft!
Spenden werden dankbar entgegengenommen unter dem Konto: PC 90-1480-3 oder IBAN CH29 0900 0000 9000 1480 3, bitte mit Vermerk: "Saaser-Mutten". Herzlichen Dank!

Dieses Rettungsprojekt für die Saaser Mutten wird mitunterstützt durch:


Stiftung Symphasis, Fonds Enzian

November 2016, © ProSpecieRara
Weitere Informationen
10vor10-Beitrag vom 8.9.2014:
Kontaktieren Sie uns

Philippe Ammann
Stv. Geschäftsführer, Bereichsleiter Tiere und Vermarktung
Telefon +41 61 545 99 28
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