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Wollschwein
Wollschweine sind etwas kleineren Vorfahren unserer Edelschweine. Sie sind trotz ihres massiven Körperbaus sehr marschtüchtig und gut geeignet für die Freilandhaltung. Die erwachsenen Tiere tragen ein dichtes, schwarz gekraustes Borstenkleid mit beigefarbigem Bauch. Die Ferkel kommen mit Frischlingsstreifen zur Welt - ein Zeichen für die nahe Verwandtschaft zum Wildschwein. Wollschweine sind wenig stressanfällig und haben einen ruhigen, sehr sozialen Charakter.
Die Tiere können dank ihrer Robustheit und ihrer Kälteresistenz recht einfach gehalten werden. Dabei eignet sich die Rasse bestens für die extensive Weidemast. Das Wollschweinfleisch ist bei Kennern sehr beliebt. Es wird zudem zu verschiedensten Spezialitäten wie zum Beispiel zu Mostbröckli, Coppa, und zu Geräuchertem veredelt. Als besonderer Genuss gelten die Spanferkel, die nicht zu trocken werden und andere Rassen qualitativ übertreffen.

Wollschweine sind äusserst robust, was sie interessant für die Landschaftspflege macht, wo sie zur Bekämpfung von Brombeer- und Brennnesselhainen und auch für die Pflege von Feuchtbiotopen oder Kastanienselven eingesetzt werden können. Auch für die Alp-Haltung oder aber als Quartiersau kommt die Wollschwein in Einsatz. Wollschweine bringen innerhalb von zwei Jahren drei Würfe mit je etwa 5-7 Ferkeln zur Welt.

Die Widerristhöhen liegen bei den Sauen zwischen 65-80 cm, bei den Ebern 70-80 cm.
Die Gewichte liegen bei den Sauen zwischen 120-160 kg, bei den Ebern 150-200 kg.

Herkunft und Entwicklung
Die Heimat der Wollschweine - oder Mangalitzas - war das alte Österreich-Ungarn. Dort entwickelte sich die Rasse um 1830 aus Kreuzungen verschiedener speckbetonter Schweine wie z.B. den nordserbischen Schumadjaschweinen und den ungarischen Bakonyer- und Scalotaerschweinen. Wegen der ausgezeichneten Speckqualität eroberten sie Mitte des 19. Jh. halb Europa und zählten zeitweilig zu den meistgehaltenen Schweinen in der Schweiz. In Ungarn wurde das Wollschwein lange vorbildlich erhalten, bis Ende des 20. Jahrhunderts die staatliche Erhaltungszucht zusammenbrach. Da ihr Schinken langsam wachst, kamen die sympathischen Borstentiere in einem Umfeld, in dem kurze Produktionszeiten zählen, stark in Bedrängnis.

In Ungarn existieren bis heute auch blonde und rote Mangalitzas, anders als in der Schweiz, wo nur das Schwalbenbäuchige Wollschwein, das seinen Namen aufgrund seines hellen Bauches hat, eine Bedeutung hat.

Heutige Verbreitung
Die grosse Nachfrage nach Edelschweinen verdrängte die Wollschweine im 20. Jh. fast vollständig. Bestände existieren heute noch in verschiedenen Ländern Osteuropas, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. ProSpecieRara übernahm von der Stamm-Stiftung 1986 die Zucht in der Schweiz. Die Züchter halten ihre Wollschweine meist in kleinen Gruppen im Freiland.

Bestandesentwicklung
  • Stabil

Nutzung
  • Fleisch
  • extensive Freilandhaltung
  • Landschaftspflege

Zuchtziele
  • Widerstandskraft, Geländegängigkeit,
  • Gesundheit, gute Stressresistenz und sehr gute Klimaverträglichkeit
  • Ausgeglichener, gutmütiger Charakter mit natürlichem Sozialverhalten
  • Problemlose Fortpflanzung und Aufzucht
  • Kräftiges Fleisch mit gutem Wasserhaltevermögen und beschränktem intramuskulärem Fett
  • Ausgeglichene Wachstumsentwicklung, mittlerer Zuwachs
Weitere Informationen
Schweizerische Vereinigung für die Wollschweinzucht (SVWS)
www.wollschwein.ch
info@wollschwein.ch

Präsident
Max Frutiger, Birchi 20 A, 3803 Beatenberg, Tel. 033 841 23 86
praesidium@wollschwein.ch 
 
Herdebuchführung
Rolf Galli, Metzgerhüsi 9, 3512 Walkringen, Telefon 031 839 83 80

herdenbuch@wollschwein.ch


Zuchttier- und Masttiervermittlung 
Sepp Imfeld, Langmattacker 1, 5015 Erlinsbach, Telefon 062 844 46 00
tiervermittlung@wollschwein.ch


Tiervermittlung unter: