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Die tiergenetischen Ressourcen der Schweiz
Eine genetische Ressource wird in der Rio-Konvention über die biologische Vielfalt (1992) definiert als "jegliches Material pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder sonstigen Ursprungs, das funktionale Erbeinheiten enthält und einen tatsächlichen oder potenziellen Wert hat". Tiergenetische Ressourcen werden mit der Einschränkung "Material von land- und ernährungswirtschaftlich genutzten Tieren" umschrieben.
Es fällt auf, dass in vielen Publikationen der Begriff "Tiergenetische Ressource" ohne Definition verwendet wird. Wird er definiert, kommt meist die obenstehende, nüchtern-funktionale Umschreibung zu Einsatz.

Natürlichen stellen die Gene die eigentlichen, biologischen Ressourcen dar. Unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte der Nutziere in Menschenobhut und der intensiven Intaraktionen der Tiere mit dem Menschen und seiner Umwelt, definiert ProSpecieRara "Tiergenetische Ressourcen" ganzheitlicher:

«Die Tiergenetischen Ressourcen der Schweiz sind die Gesamtheit der Schweizer Nutztierrassen mit ihren unterschiedlichen Genen, Eigenschaften und Eignungen sowie ihren kulturellen Werten.»

Die Biodiversität der Rassen widerspiegelt sich in den unterschiedlichen Leistungen der Tiere in verschiedenen Disziplinen. Dazu gehören:
  • Produktion von Milch, Fleisch, Eiern, Wolle, Honig
  • Genügsamkeit, d.h. angepasste Produktion unter extensiven Bedingungen
  • Robustheit, geringe gesundheitliche Anfälligkeit, Widerstandsfähigkeit, einfache Geburten
  • Geländegängigkeit, Trittsicherheit
  • Eignung für die Landschaftspflege
  • Ästhetische und kulturelle Werte, sowie die damit verbundene emotionale Ausstrahlung und Potentiale für Nischenmarketing (Spezialitäten-Produkte, Agro-Tourismus)

Die Tiergenetischen Ressourcen der Schweiz

Rinder
Eringer Rind
Evolèner Rind
Schweizer Original Braunvieh
Original Simmentaler Fleckvieh / Edelweiss Simmentaler
Rätisches Grauvieh*

Pferde
Freiberger Pferd

Schafe
Weisses Alpenschaf
Braunköpfiges Fleischschaf
Schwarzbraunes Bergschaf
Walliser Schwarznasenschaf
Engadinerschaf
Bündner Oberländer Schaf
Spiegelschaf
Walliser Landschaf
Saaser Mutte**

Ziegen
Saanenziege
Gemsfarbige Gebirgsziege
Toggenburgerziege
Appenzellerziege
Bündner Strahlenziege
Walliser Schwarzhalsziege
Nera Verzasca
Pfauenziege
Stiefelgeiss
Capra Grigia
Kupferhalsziege**
Capra Sempione**
Grüenochte Geiss**

Schweine
Edelschwein
Schweizer Landrasse

Geflügel
Schweizerhuhn
Appenzeller Spitzhaubenhuhn
Appenzeller Barthuhn

Kaninchen
Schweizer Fehkaninchen
Schweizer Fuchskaninchen
Schweizer Dreifarben Kleinscheckenkaninchen***

Hunde
Bernhardiner Hund
Entlebucher Sennenhund
Grosser Schweizer Sennenhund
Appenzeller Sennenhund
Berner Sennenhund

Bienen
Dunkle Biene

* ProSpecieRara zählt das Rätische Grauvieh (kleiner Albula Typ) ist im Gegensatz zum grösseren Tiroler Grauvieh zu den Schweizer Rassen. Da es Anfang des 20. Jahrhunderts auf Schweizer Boden durch das Braunvieh verdrängt wurde, musste es in den 1980er Jahren durch ProSpecieRara mit rassetypischen Tieren aus dem grenznahen Ausland wieder angesiedelt werden. Dadurch verlor die Rasse aus Sicht des Bundes den Status als Schweizer Rasse. Auf Drängen von ProSpecieRara und der damaligen Genossenschaft der Grauviehzüchter (heute Rätisches Grauvieh Schweiz) erteilte das Bundesamt für Landwirtschaft BLW dem Rätischen Grauvieh den Status "Rasse, deren Ursprung in der Schweiz nachgewiesen ist, in der Schweiz ausgestorben war und wieder eingeführt wurde". ProSpecieRara ist froh, dass das Rätische Grauvieh dadurch Zugang zu Fördermittel des Bundes erhielt, teilt jedoch nicht die Auffassung des BLWs betreffend der neuen Bezeichnung und zählt das Rätische Grauvieh vollwertig zu den Schweizer Rassen.

** ProSpecieRara zählt diese Rassen aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte und ihrem geografischen Vorkommen zu den Schweizer Rassen. Da zurzeit ProSpecieRara für diese Rassen die Funktion des Rassevereins übernimmt, ist eine Anerkennung der Rassen durch das BLW nicht möglich.


*** ProSpecieRara zählt diese Rasse aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte und ihrem geografischen Vorkommen zu den Schweizer Rassen.

Weitere Informationen
Artikel zum Thema "Fördern, ja aber..."  im ProSpecieRara-Jahresbericht 2012 (erschienen im Mai 2013).