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Landschaften pflegen - Landrassen erhalten
Die traditionelle Nutzung der Landschaft über viele Generationen hat eine Vielfalt an Landschaftstypen mit artenreichen Pflanzen- und Tiergemeinschaften hervorgebracht. Mit der fortschreitenden Aufgabe der kleinstrukturierten Landwirtschaft werden mehr und mehr Nutzungsflächen aufgegeben. Flächen, die oft von besonderem Interesse für den Naturschutz sind, da sich nicht selten viele rare Wildpflanzen oder -tiere auf ihnen finden lassen. Flächen aber auch, die mit ihrem Erscheinungsbild ganze Landschaften mitgestalten und daher zum Beispiel auch für den Tourismus relevant sind.
Ziegen statt Motormäher
Menschen und Organisationen, die diesem Verlust an Landschaftsqualität entgegentreten, bieten sich dafür verschiedene Strategien. Oft wird die Pflege von vergandenden und verbuschenden Flächen mit maschinellen Mitteln wie Motorsensen oder Kettensägen durchgeführt. Gerade zu Beginn von Pflegeprojekten, kommt man meist nicht darum herum, effiziente Forsttechnik einzusetzen. Für die regelmässige und nachhaltige Pflege bieten sich ProSpecieRara-Rassen als sanfte Landschaftspfleger an. Mehr und mehr Fachleute entdecken für die Erhaltung der Biotope wieder die traditionellen Nutztierrassen.

Lebendiger Werkzeugkasten

Dank der langjährigen Erhaltungsarbeit von ProSpecieRara stehen heute noch alte, robuste Landrassen für den Einsatz in der Landschaftspflege zur Verfügung. Mit ihren unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten sind sie wie ein lebendiger Werkzeugkasten, aus dem je nach Aufgabe die passende Rasse ausgesucht werden kann. Was Wollschwein, Stiefelgeiss & Co. alles drauf haben, zeigt Ihnen diese Seite.

Stiefelgeissen - Ran an die Büsche!
Viele traditionelle Waldweiden drohen zu verschwinden. Mit ihnen gehen ein Stück Landwirtschaftskultur aber auch attraktive Wandergebiete und artenreiche Trockenstandorte verloren. Möchte man die fortschreitende Verbuschung und Verwaldung stoppen, sind Ziegen ideale Helfer. Sie fressen mit Vorliebe Blätter, Rinde und Keimlinge und drängen so die aufkommenden Büschen und Bäume effizient zurück. Die robusten Stiefelgeissen eigenen sich dafür besonders gut. Sie haben nicht so grosse Euter - ein Vorteil für das Herumklettern im Buschwerk bewegt. Aber auch die Capra Grigia, die Pfauenziege, die Bündner Strahlenziege und die Nera Verzasca können eingesetzt werden.

Walliser Landschafe, Bündner Oberländerschafe - Überständiges Gras - kein Problem!
Wo Naturschutz umgesetzt wird, müssen immer wieder Kompromisse eingegangen werden. Sollen bodenbrütende Vögel oder spezielle Blütenpflanzen die Möglichkeit haben, ihre Vermehrungszyklen abzuschliessen, kann es vorkommen, dass das Gras bereits verblüht ist, wenn die Weide für die Tiere freigegeben wird. Viele Schafe treten solche Wiesen nieder statt das Gras zu fressen. Gut, gibt es die Walliser Landschafe und die Bündner Oberländer Schafe, die in dieser Hinsicht nicht so wählerisch sind und auf solchen Weiden noch eingesetzt werden können.

Skudden - Experten für nasse Standorte
Nasse Böden und Schafe, das verträgt sich normalerweise schlecht. Entstanden auf kargen und steinigen Böden, sind die Klauen der Schafe nicht auf nasse Untergründe ausgelegt, so dass Klauenprobleme nicht lange auf sich warten lassen. Die Skudden lassen sich für Einsätze auf nassen Riedwiesen besser einsetzen als andere Rassen. Ihre Klauen sind robust und das leichte Gewicht lässt die kleinen Tiere weniger einsinken. Dennoch sollte es sich um zeitlich limitierte Beweidungen handeln und die Skudden sollten nicht permanent auf nassen Böden stehen. Auch der Tierhygiene ist auf feuchten Standorten besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da mit der erhöten Anwesenheit von Schnecken die Parasitenkreisläufe optimal ablaufen können.

Spiegelschaf, Engadinerschaf - Robuste Schafe für extensive Weiden
Diese zwei Rassen lassen sich gut für die Bewirtschaftung von extensiven Weiden einsetzten. Als Landrassen sind sie gute Raufutterverwerter und ihre Lämmer sind bekannt für ihre hervorragende Fleischqualität.

Rätisches Grauvieh, Hinterwälder & Evolèner Rind - Robust und geländegängig
Für die Landschaftspflege in steilen und extensiven Lagen eigenen sich leichte, kleine Rasse, die sich im Terrain sicher bewegen und Raufutter effizient umsetzen.
Das Rätische Grauvieh brilliert mit ruhigem Gemüt und sagenhafter Fleischqualität. Sein geringes Körpergewicht und die grossen Trittflächen der Klauen sorgen für geringe Trittschäden, so dass die Tiere nach nassen Witterungen schneller wieder auf die Weide gelassen werden können. Auch die Evolèner und die Hinterwälder Rinder bieten sich wie ihre grauen Genossinnen für Beweidungsprojekte an.

Wollschwein - Offenhalten von Laubfroschbiotopen, Bekämpfung von Brombeer- und Brennesselhainen
Laubfrösche und andere Amphibien brauchen unverkrautete Uferstreifen mit maximaler Sonneneinstrahlung, die den Kaulquappen warme Wassertemperaturen schafft. In Zeiten, wo gezähmte Flüsse keine Kieslandschaften mehr schaffen, übernehmen in Naturschutzgebieten oft Raupenbagger die Hochwasserfunktion.
Dass es auch anders geht zeigen die Wollschweine. Sie fressen mit Wonne die Ufervegetation und bekämpfen auf diese Weise die Verlandung der Ufer. Wichtig ist das jährliche Abwechseln der Einsatzgebiete, damit immer ungestörte Zonen bestehen.
Brombeeren oder Brennnesseln oberirdisch zu entfernen ist keine langfristige Lösung. Wer diesen Pflanzen effizient zuleibe rücken möchte, kann auf die Wollschweine zurückgreifen. Die robusten Borstentiere entfernen die Wurzeln der Pflanzen und drängen die ungewünschte Vegetation effizient zurück. Wichtig für den Erfolg sind Timing, Bodenstruktur und die Tierdichte.


Unbedingt Herdebuchtiere einsetzen
ProSpecieRara hilft aufzuzeigen, welche Rassen geeignet sind und vermittelt Kontakt-Adressen für die Anschaffung der Tiere. Für die Erhaltung der gefährdeten Rassen ist es absolut wichtig, dass möglichst viele Projekte mit registrierten Herdebuchtieren aus den ProSpecieRara-Zuchtvereinen realisiert werden. Nebst der Erhaltung der Landschaft können so gleichzeitig auch die Rassen gefördert werden.

Vermarktung nicht vergessen
ProSpecieRara hilft überall dort, wo Produkte gefährdeter Rassen vermarktet werden. Ein wichtiges Werkzeug dafür ist das ProSpecieRara-Gütesiegel, das diese Produkte auszeichnet.

Lokale Betreuung ist Basis für die Beweidungsprojekte

Oft sind die zu pflegenden Flächen für eine ganzjährige Haltung der Tiere zu klein. ProSpecieRara wird immer wieder angefragt, ob die Stiftung selbst Herden temporär zur Verfügung stellen kann, was leider nicht möglich ist.

Mögliche Modelle sind:

  • Man schafft sich selber Tiere für seine zu pflegende Flächen an.
  • Man sucht einen lokalen Tierhalter, der Tiere anschafft oder bereits Tiere hat, die er zur Verfügung stellt.
  • Man engagiert Firmen/Betriebe, die Landschaftspflege mit ProSpecieRara-Tierherden anbieten.

Es gibt noch wenige solcher spezialisierten Auftragsnehmer. Empfehlen können wir:


Bieten Sie auch Landschaftspflege mit ProSpecieRara-Tieren an und möchten auf diese Liste?
Kontaktieren Sie uns

Philippe Ammann
Stv. Geschäftsführer, Bereichsleiter Tiere und Vermarktung
Telefon +41 61 545 99 28
Kontakt