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Was ist eine ProSpecieRara-Rasse?
Selbst unter Experten gibt es unterschiedliche Definitionen, was eine Rasse ist. Erklärungsansätze wie "Eine Rasse ist eine Rasse, wenn genügend Menschen sagen, dass es eine ist." und "Eine Rasse ist, wenn es einen Zuchtverein gibt." sind auf den ersten Blick etwas unscharfen Aussagen. Sie entpuppen sich bei näherer Betrachtung jedoch als ziemlich zutreffend. Denn Rassen entstehen nur, wenn der Mensch über Generationen jeweils diejenigen Zuchttiere weiternimmt, die seinen Bedürfnissen und Vorlieben nahe kommen. Etwas biologischer betrachtet ist eine Rasse eine Gruppe von Tieren, die sich ähnlich sehen und die sich durch Paarung homogen reproduzieren lässt.
ProSpecieRara als Synonym
Über dreissig Jahre Erhaltungsarbeit für bedrohte Nutztiere haben den Stiftungsnamen ProSpecieRara zu einem Synonym für seltene Nutztierrassen mit speziellem Aussehen und ursprünglichen Eigenschaften wie Robustheit und Genügsamkeit werden lassen.

Traditionelle Rassen gehören niemandem
ProSpecieRara-Rassen sind Rassen, die von ProSpecieRara betreut werden, d.h. für die sich die Stiftung mit ihren Aktivitäten einsetzt. Die alten Rassen sind ein Stück landwirtschaftliches Kulturerbe und gehören weder einer Stiftung noch einem Rasseverein. Der Ausdruck ProSpecieRara-Rasse bezeichnet keinen Besitzanspruch sondern steht für das Engagement von ProSpecieRara zusammen mit den Züchtern und deren Vereinen mit dem gemeinsamen Ziel, den in Bedrängnis geratenen, traditionellen Nutztieren neue Perspektiven zu geben. Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass jedermann Zugang zu den Rassen hat.

Kriterien für ProSpecieRara 
  • alte, traditionelle Landrassen mit einem landwirtschaftlichen, resp. soziokulturellen Hintergrund.
  • Rassen mit einem weiblichen Zuchttierbestand (definitiv im Herdebuch erfasste Tiere) von unter 1'000 Individuen, also Bestände, die nach FAO als kritisch oder gefährdet gelten.
  • Rassen mit einem weiblichen Zuchttierbestand von über 1'000 Individuen, wenn eine Rasse bereits vorher von der Stiftung betreut wurde und der Bestand noch als bedrängt eingestuft werden muss.
  • Wenn eine Rasse aus Sicht von züchterischen Werten (z.B. geringer Anteil männlicher Zuchttiere, Inzuchtsituation im Gesamtbestand, starke geografische Konzentration, etc.) als gefährdet angesehen werden kann. Und wenn die Bestandeszahlen sich negativ oder unkonstant entwickeln.
  • Bis 2007: Nutztierrassen aus dem nahen Ausland, wenn diese in ihrem Ursprungsgebiet gefährdet oder ausgestorben sind.


Seriöse Erhaltungszucht

Erhaltungszucht lässt sich nur mit aktiven Züchtern umsetzen. Für Tierfreunde, die sich mit ihrer Tierhaltung und -Zucht für gefährdete Rassen einsetzen möchten, ist die Mitgliedschaft im betreffenden Rasseverein wichtig. Der Verein bietet viele wichtige Dienstleistungen wie die Beratung der Neuzüchter, die Tiervermittlung, die Führung des Zuchtbuches, die Organisation des Expertenwesens, die Durchführung von Schauen und vieles mehr. Neuhalter wenden sich bei der Tiersuche mit Vorteil an den Rasseverein oder den von den Rassevereinen kontrollierten Inseraten auf www.tierische-raritäten.ch und haben so die Gewähr, reinrassige Herdebuchtiere zu erwerben. Nur mit solchen lässt sich eine seriöse Erhaltung realisieren.


FAO-Kriterien

Die FAO (Food and Agriculture Organisation of the United Nations) klassiert die bedrohten Tierbestände nach folgenden Kriterien:

  • Bis 100 weibliche Zuchttiere: kritisch (critical)
  • Bis 1'000 weibliche Zuchttiere: gefährdet (endangered)
  • Bis 5'000 weibliche Zuchttiere: bedrängt (vulnerable)
  • Bis 10'000 weibliche Zuchttiere: ungesichert (rare)