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Was ist eine ProSpecieRara-Sorte?
ProSpecieRara setzt sich für die Erhaltung der Sortenvielfalt ein, insbesondere gegen das Aussterben von seltenen Sorten. ProSpecieRara hat Kriterien erarbeitet, die erfüllt sein müssen, damit sich die Stiftung für eine Sorte einsetzt. Sie setzen auf zwei Ebenen an, der Art und der Sorte.
Art
Unsere Kulturpflanzen gehören verschiedenen Arten an, z.B. Birne = Pyrus pyraster Burgsd. oder Tomate = Lycopersicon esculentum Mill. Es gilt als erstes zu entscheiden, ob die Kulturart grundsätzlich ProSpecieRara-würdig ist. Denn eine ProSpecieRara-Sorte muss zwingend einer ProSpecieRara-Art angehören. Dass ein Apfel eine traditionelle Kulturpflanze unserer Breitengrade ist, ist hinlänglich bekannt. Wie steht es aber um andere Arten wie z.B. Stachys oder Sanddorn? Aus dem unten stehenden PDF ist ersichtlich, welche Kulturarten wir als ProSpecieRara-würdig erachten.

Sorte
Nachdem die zu beurteilende Sorte einer ProSpecieRara-Art zugewiesen werden kann, durchläuft sie nun ein Ablaufschema mit verschiedenen Ein- bzw. Ausschlusskriterien wie z.B. Alter, kulturhistorische Bedeutung in der Schweiz, Produktionsmenge, Samenfestigkeit (keine F1-Hybriden), Neuzüchtungen nach den Züchtungskriterien von ProSpecieRara etc. Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung der pflanzengenetischen Ressourcen (NAP-PGREL) des Bundesamts für Landwirtschaft www.bdn.ch sind die Sorten, für welche die Schweiz besondere Verantwortung übernimmt, in sogenannten Positivlisten aufgeführt. Die Definition von ProSpecieRara greift weiter, da sich die Stiftung nicht ausschliesslich auf die Schweiz bezieht. So sind die erwähnten Positivlisten eine Teilmenge der ProSpecieRara-Sorten.

Status «ProSpecieRara-Sorte»

Eine durch die Stiftung ProSpecieRara anerkannte Sorte ist nicht in etwa Eigentum der Stiftung und muss nicht zwingend als ProSpecieRara-Sorte gekennzeichnet werden. ProSpecieRara entscheidet lediglich, ob 1.) eine Sorte unter dem stiftungseigenen Gütesiegel angeboten werden darf und 2.) ob sich die Stiftung selber um die Erhaltung sorgt. Die gesicherte Erhaltung einer unter dem ProSpecieRara-Gütesiegel in Umlauf gebrachten Sorte ist zentral, doch zuweilen setzen sich bereits Partnerorganisationen hinreichend dafür ein. In diesem Sinne erteilt die Stiftung den Sorten ein Prädikat «ProSpecieRara-würdig», unabhängig davon ob sie in der Folge unter dem Gütesiegel angeboten werden. Zum Beispiel wurden im Rahmen der Zusammenarbeit mit den Verbänden Bio-Suisse und IP-Suisse diverse Sorten neu als ProSpecieRara-würdig eingestuft, die bis anhin nicht im Fokus der Stiftung standen, die Kriterien aber erfüllen. So können Landwirte durch den Anbau von ProSpecieRara-würdigen Sorten ihren Beitrag zur Biodiversität anrechnen, auch wenn sie das ProSpecieRara-Gütesiegel nicht inne haben.


Konkrete Sortenbeispiele

Weshalb ist der 'Gravensteiner' keine ProSpecieRara-Sorte?
Der ehrwürdige 'Gravensteiner', entstand Ende des 18. Jahrhundert in Dänemark und ist auch heute noch eine sehr beliebte Tafelapfelsorte. Es ist keine ProSpecieRara-Sorte, da sie noch mit 130 ha im Erwerbsanbau steht. Tendenz abnehmend. Fällt die Anbaufläche unter 15 ha, dann gilt es, sie vor dem Verschwinden zu bewahren und die Sorte wird ProSpecieRara-würdig. Besonders interessant ist, dass bei erfolgreichen Tafelapfelsorten oft verschiedene Mutanten angebaut werden. Beim 'Gravensteiner' stösst die rotschalige Mutante auf grosse Beliebtheit. In den Sammlungen von ProSpecieRara werden aber noch andere Mutanten von 'Gravensteiner' abgesichert. Diese werden zurzeit von ProSpecieRara mit finanzieller Unterstützung des Bundesamtes für Landwirtschaft beschrieben. Die seltenen darunter entsprechen den ProSpecieRara-Kriterien.

Die einst erfolgreiche Gartenerdbeere 'Wädenswil 6' soll ihren Platz behalten

Die Sorte wurde in den 1950er-Jahren an der Forschungsanstalt in Wädenswil gezüchtet und hat sich seither als würzig-aromatische Erdbeere bewährt. Ihre Beeren kann man heute leider nicht mehr im Grosshandel kaufen, da wurde sie von anderen Sorten verdrängt. Ziemlich gut erhältlich ist sie aber noch als Setzling für die Anpflanzung in Hausgärten. Damit 'Wädenswil 6' diesen Platz verteidigen kann, setzt sich ProSpecieRara für sie ein.

Nicht jeder UrDinkel ist eine ProSpecieRara-Sorte
Die Interessengemeinschaft Dinkel fördert mit der Marke UrDinkel alte Schweizer Dinkelsorten. Darunter auch die Sorte 'Ostro'. Sie kam bereits 1978 in den Handel und kann für eine Getreidesorte als alt bezeichnet werden. Da sie aber seit Einführung auf der Schweizer Liste der empfohlenen Getreidesorten steht, und nie in akute Gefahr geriet aus dem Handel zu verschwinden, wurde die Verbreitung im Handel als nicht selten erachtet. Anders ihre Eltersorte 'Oberkulmer Rotkorn', welche mit dem Einführungsjahr 1948 eine noch bedeutendere Schweizer Tradition aufweist. Aufgrund der etwas schlechter eingeschätzten Standfestigkeit wurde sie mehr und mehr durch 'Ostro' zurückgedrängt. Ihr Verschwinden aus dem Handel wäre eine Frage der Zeit gewesen. So wurde die ProSpecieRara-Würdigkeit von 'Oberkulmer Rotkorn' als gerechtfertigt erachtet jedoch von 'Ostro' nicht. Da aber beide Sorten alte, nicht mit Weizen eingekreuzte Dinkel sind, anerkennt sie die IG Dinkel beide als UrDinkel-Sorten.

«Junge» Tellerhortensien mit kulturhistorischer Bedeutung
An der Forschungsanstalt Agroscope Wädenswil wurden von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre zahlreiche Tellerhortensien gezüchtet. Die umfassende «Vogel-Serie» ist bekannt für ihre wunderschönen Sorten, die nach Vogelnamen benannt sind. Die jüngeren darunter sind gewiss nicht so alt wie andere, traditionelle Zierpflanzen. Die ganze «Vogel-Serie» steht aber für ein Stück Schweizer Züchtungsgeschichte und stellt somit ein wichtiges, zu erhaltendes Schweizer Kulturgut dar. In diesem Sinne sind Hortensien wie 'Bachstelze', 'Bergfink', 'Blaumeise' und die über 20 weiteren «Vogel-Sorten» ProSpecieRara-würdig.

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