Obst

Kennen Sie ’Edelchrüsler’, ’Imberwürzeli‘ und ’Weisse Herzkirsche‘? Es lohnt sich, diese und die rund 1900 weiteren Obstsorten in unserer Obhut zu entdecken.

‘Golden‘, ‘Gala‘, ‘Braeburn‘ – nach Apfelsorten gefragt, kennen die meisten Konsument*innen mehrere Antworten. Bei Birnen-, Kirschen- oder Zwetschgensorten wird das Ganze meist schon schwieriger. Und dann gibt es auch noch unzählige Sorten von Quitten, Baumnüssen, Pfirsichen, Aprikosen, aber auch Mispeln, Kornelkirschen, Maulbeeren, Speierlingen und vielen weiteren fast vergessenen Arten.

Noch um 1900 gab es in der Schweiz weit über 3000 Obstsorten. Rund 1000 davon sind inzwischen definitiv verschwunden, ebenso 80% der damaligen Feldobstbäume. Höchste Zeit also, sich der verbliebenen Vielfalt anzunehmen und sie (wieder) zu entdecken.

Spannende Raritäten
Wo alles rationalisiert wird, bleibt kein Platz fürs ’Imberwürzeli’, eine Birnensorte, die erst nach längerer Lagerung im teigigen Zustand ihr volles Aroma entfaltet und dann vorzugsweise geschmort genossen wird. Oder für den ’Edelchrüsler’, der zwar eher klein ist, aber mit einer sympathischen Färbung und einem fein säuerlich-würzigen Geschmack überzeugt. Und auch die ’Weisse Herzkirsche’, die im Anbau nicht ganz unproblematisch ist, dafür aber mit ihrer fast orangen Farbe und der angenehmen Würze bei älteren Semestern oft Kindheitserinnerungen weckt, findet man heute kaum mehr.

Wer diese und viele weiteren Raritäten geniessen will, baut sie am besten selber an oder besucht zur Erntezeit einen unserer Anlässe.

Erhaltung in Obstgärten
Die gut 1900 Obstsorten in unserer Obhut gedeihen auf über 15'000 Bäumen in über 150 verschiedenen Obstgärten in der ganzen Schweiz. Diese gehören meist Privatpersonen, welche ihr Herz den raren und traditionellen Sorten und den landschaftsprägenden Hochstammbäumen geschenkt haben. Alle in diesen Arboreten wachsenden Bäume sind in unserer Datenbank registriert. Stirbt ein Baum, wird er ersetzt.

Das Ziel: Jede Sorte soll auf 6 Bäumen, die auf mindestens 3 Standorte verteilt sind, wachsen. Sind weniger als 6 Bäume im ProSpecieRara-Netzwerk und zusätzlich weniger als 4 Bäume im nationalen Programm des Bundesamtes für Landwirtschaft* registriert, setzen wir die Sorte auf unsere Rote Liste.

Jedes Jahr wird eine Auswahl an Rote Liste-Obstsorten publiziert. So können alle, die Platz für mindestens einen Baum im eigenen Garten haben, mithelfen, die Rote Liste zu verkürzen.

Verbreiten und bekannt machen
In öffentlich zugänglichen Obstgärten können viele der Raritäten das ganze Jahr hindurch entdeckt werden. Einige Baumschulen, die mit ProSpecieRara zusammenarbeiten, verkaufen Bäume oder Edelreiser seltener Sorten. Und um ein möglichst breites Publikum wieder für die alten Sorten zu begeistern, arbeiten wir auch im Obstbereich mit Coop zusammen: Je nach Saison finden Sie dort verschiedene ProSpecieRara-Apfelsorten im Angebot. Aktuell erforschen wir Lagerbirnen, um auch hier geeignete Sorten für den Verkauf im Grosshandel zu finden.
Natürlich finden Sie viele spannende alte Sorten auch bei unseren Gütesiegelbetrieben, in Bioläden oder auf Wochenmärkten. Fragen Sie danach!

*Der Bund erhält schweizweit in verschiedenen Sammlungen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung der pflanzengenetischen Ressourcen in Ernährung und Landwirtschaft (NAP-PGREL) Sorten, die einst in der Schweiz von Bedeutung waren.


Wissenswertes rund um Obst

Was ist eine ProSpecieRara-Sorte?

 

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