Zierpflanzen

Wo früher viele regionale Züchter*innen regelmässig neue Sorten geschaffen haben, beliefern heute internationale Firmen den Weltmarkt. Die einstige Vielfalt ist dadurch extrem geschrumpft. Damit verlieren wir ein kulturelles Erbe, das als Zeuge seiner Zeit auch für die Menschen von heute einen Wert darstellt.

Zierpflanzen berichten als Zeitzeugen von Moden und Vorlieben, die Pflanzenliebhaber*innen einer bestimmten Epoche antrieben, Blumen in immer neuen Sorten zu züchten und in ihren Gärten zu pflegen. Heute hingegen macht sich auch bei der Produktion von Zierpflanzen der ökonomische Druck bemerkbar. Während früher jede Gärtnerei ihre eigenen Spezialitäten gezüchtet hat, wird heute weltweit für den Schweizer Markt eingekauft. Die Balkongeranien kommen von den Kanarischen Inseln, die Schnittblumen aus Kolumbien. Regionale Spezialitäten, die gut auf die hiesigen Bedingungen angepasst sind, wie z.B. die Viola ’Höhenfeuer’ oder die Garten-Chrysantheme ’Schweizerland’ bleiben dabei auf der Strecke. Mit diesen Sorten verschwinden auch viele Geschichten, die Möglichkeit, Gärten alter Gebäude originalgetreu zu bepflanzen oder schlicht ein Teil unseres kulturhistorischen Erbes.

Spannende Suche
Unsere Zierpflanzenexpertinnen durchforsten alte Kataloge von Gärtnereien und konsultieren Datenbanken im In- und Ausland, um herauszufinden, welche Sorten und Arten in der Zeit seit 1840 bei uns verwendet worden sind. In Gartenbaubetrieben wird nach noch Vorhandenem gesucht. Auch Pflanzen oder Samen von Betrieben, die schliessen müssen, werden übernommen.

Gleichzeitig sucht ProSpecieRara mit Aufrufen in den Medien nach alten Sorten, die noch in Privatgärten wachsen. Die Resonanz ist jeweils erstaunlich gross und es werden viele Pflanzen – zusammen mit ihren Geschichten – eingeschickt.

Aufwändige Erhaltungsarbeit
Kommt eine Sorte neu zu ProSpecieRara wird sie in einem Sichtungsgarten ausgepflanzt, beschrieben und identifiziert. Anschliessend wird bestimmt, ob sie ins Erhaltersystem aufgenommen wird oder nicht.

Wird sie als erhaltungswürdig eingestuft, kommt sie entweder in die Obhut professioneller Partner, wie z.B. Stadtgrün Bern, oder zu ehrenamtlichen Sortenbetreuer*innen. Wir haben das Glück, rund 600 von ihnen an unserer Seite zu wissen. Die Sortenbetreuer*innen haben in unserem Samenbaukurs das Handwerk gelernt, vermehren die Sorten Jahr für Jahr in ihren eigenen Gärten und schicken das geerntete Saatgut an die Samenbibliothek an unserem Hauptsitz in Basel.

Stauden, also mehrjährige Zierpflanzen, die nicht über Saatgut vermehrt werden, wie z.B. Pfingstrosen oder Chrysanthemen, werden in Sammlungen, Schaugärten oder bei Privaten abgesichert. Unsere Expertinnen stehen mit den Erhalter*innen in regelmässigem Kontakt und geben ihr Wissen rund um Erhaltung, Vermehrung und Verwendung von Zierpflanzen weiter.

Dank einiger Gärtnereien, die den Wert der historischen Zierpflanzensorten erkannt haben, sind etliche der wiedergefundenen Sorten wieder erhältlich, z.B. an unseren Setzlingsmärkten (zu den Marktdaten).

Haben Sie selber eine alte Zierpflanzensorte?
Pflegen Sie schon seit Jahrzehnten eine Zierpflanzensorte in Ihrem Garten? Haben Sie diese vielleicht schon von Ihren (Gross-)Eltern übernommen? Melden Sie sich bei uns! Wir sind immer auf der Suche nach Stauden und ein- bis zweijährigen Zierpflanzen. Bitte sehen Sie aber davon ab, uns unaufgefordert Pflanzenmaterial zu schicken.

Sortenfinder


Wissenswertes zu raren Zierpflanzen

Was ist eine ProSpecieRara-Sorte?

 

Pflanzenschutz im Samenbau

 

Das Keimen unterstützen

 

Weitere Pflanzen

Gemüse

Vielfalt pur: Über 150 Tomatensorten, aber auch Kardy, Etagenzwiebel, Stachys …

 

Beeren

'Weisse Kaiserliche', ’Madame Moutôt’ und über 600 weitere seltene Beerensorten

 
'Blutpfirsich aus Bioley-Orjulaz VD'

Obst

1900 Raritäten: Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen, Weinbergpfirsiche, Maulbeeren