Wanderausstellung: Wurzeln schlagen – Menschen und Pflanzen im Exil

Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes im Jahr 1685 verließen zahlreiche Protestanten ihre Heimat. Die Schweiz war das erste Zufluchtsland und vor allem ein Transitland für diese Flüchtlinge. Vor den Toren Genfs bauten sie Gemüse an, das in unserem Land bis dahin unbekannt oder zumindest kaum verbreitet war. Daraus entstanden lokale Sorten, die später in der Schweiz große Bekanntheit und Beliebtheit erlangten.

Eine Kulturroute des Vereins VIA – Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser aus dem Piemont, unter der Schirmherrschaft des Europarats, zeichnet den Weg dieser Flüchtlinge nach. Sie führt vom Süden Frankreichs und dem Piemont über die Schweiz, von Genf bis Schaffhausen, bis in den Norden Hessens. Die Kulturroute verfolgt folgende Ziele:
- Das kulturelle Erbe der Hugenotten und Waldenser sichtbar zu machen und zu bewahren.
- Einen hochwertigen europäischen Kultur- und Fernwanderweg zu unterhalten und weiterzuentwickeln.
- Das Bewusstsein für ein geeintes und friedliches Europa zu stärken.
 
Die Wanderausstellung „Wurzeln schlagen – Menschen und Pflanzen im Exil“ ist ein gemeinsames Projekt der Vereinigung VIA, ihrer Partnerorganisationen in Frankreich, Italien und Deutschland sowie von ProSpecieRara.
Sie zeigt auf, wie Gemüseanbau und Esskultur eine Brücke zwischen einer verlorenen Heimat und einer noch ungewissen Zukunft schlagen. Sie verdeutlicht, auf welche Weise Traditionen gepflegt werden, Halt und Orientierung geben und wie daraus neue Formen der Zugehörigkeit entstehen. So können Mut und Zuversicht neu wachsen und dem Leben in der Fremde wieder Sinn verleihen.
 
ProSpecieRara hat die Gestaltung des Schweizer Ausstellungsteils mitgestaltet und fachlich begleitet.

Seit 2023 wird die zweisprachige Wanderausstellung im Dialog mit Kulturpflanzen in Gärten an verschiedenen Standorten in der Schweiz präsentiert, darunter in Gärten des HEKS, im Stiftsgarten in Bern sowie im Pro Natura Zentrum Champ-Pittet.