Appenzeller Barthuhn

Appenzeller Barthühner sind optimal an das Schweizer Klima angepasst. Das zeigen sie unter anderem dadurch, dass sie im Vergleich zu anderen Rassen auch bei tieferen Temperaturen noch Eier legen.

Das Appenzeller Barthuhn ist Mitte des 19. Jahrhunderts im Ostschweizer Alpenraum entstanden. Bei der Zucht stand das damals bereits ausgestorbene, italienische «Polverara-Huhn» Modell. Um einen solchen kälteresistenten und legefreudigen Hühnertyp zu züchten, wurden Italienerhühner mit bart- und rosenkammtragenden Rassen gekreuzt. Daraus entstand das Appenzeller Barthuhn. Die Rasse teilte in der Nachkriegszeit das Schicksal vieler Landrassen, die im Laufe der Modernisierung der Landwirtschaft in Vergessenheit gerieten, weil sie nicht mit den Leistungen der Hühner aus Hybridzucht mithalten konnten. ProSpecieRara wurde 1985 auf das Verschwinden des rebhuhnhalsigen Farbschlages der Appenzeller Barthühner aufmerksam und startete zusammen mit den letzten verbliebenen Züchtern ein Erhaltungszuchtprogramm. Obschon noch nicht alle Probleme behoben sind, die sich aus dem kleinen Anfangsbestand und der damit verbundenen Inzuchterscheinungen ergeben haben, steigen die Überlebenschancen dieser attraktiven Landrasse mit jedem*r Züchter*in, der*die sich für sie entscheidet.  

Bärte für beide Geschlechter
Ihr auffälligstes und namengebendes Merkmal ist der Bart, den beide Geschlechter tragen. Er besteht aus Kinn- und Backenbart, die zu einer Einheit verwachsen. Als weiteren Kopfschmuck tragen sie einen breiten, kräftig roten Rosenkamm mit ausgeprägten Perlen. Hingegen sollen sie gemäss Zuchtziel keine sichtbaren Kehllappen haben. Der ursprüngliche Farbschlag war schwarz, daraus entstanden die rebuhnhalsigen Barthühner. Heute gibt es daneben auch noch blaue (graue) Barthühner. Allen Farbschlägen ist die blaue bist dunkelgraue Beinfarbe gemeinsam. Der breit angesetzte Schwanz ist reich an schönen Sichelfedern. Stärker als bei manch anderer Hühnerrasse ist beim Appenzeller Barthuhn der Unterschied zwischen den Geschlechtern ausgeprägt, so macht der Hahn mit seinen kräftigen Farben und seinem prominenten sichelförmigen Schwanz der Bezeichnung des «stolzen Gockels» alle Ehre, während die unscheinbare Henne vor allem durch ihre deutliche Brustwölbung auffällt.

Nicht nur Schönheit zählt
Die aufgeweckten Barthühner sind, wie es sich für Alpenbewohner ziemt, wetterfest und widerstandsfähig und können problemlos das ganze Jahr über nach draussen gelassen werden. Ab einem Alter von ca. einem halben Jahr beginnen die Hennen mit dem Eierlegen. Mit rund 160 gelegten Eiern pro Jahr, bei einem Gewicht von 55 g pro Ei, zeigen die Appenzeller Barthühner eine beachtliche Leistung. Wer auf der Suche nach einer wunderschönen Hühnerrasse ist, die nicht nur unkompliziert in der Haltung ist, sondern auch verlässlich Eier liefert, der wird vom Appenzeller Barthuhn rasch überzeugt sein. 

Bestandesentwicklung

  • stabil

Nutzung

  • Eier

Zuchtziele

  • Gesundheit und Widerstandsfähigkeit
  • Langlebigkeit
  • Legeleistung
  • Schöne Zeichnung

Masse und Gewichte

Gewichte
Hennen zwischen 1.6-1.8 kg
Hähne zwischen 2.0-2.3 kg

Partnerorganisation

Der Züchterverein für ursprüngliches Nutzgeflügel führt das Zuchtbuch für die Appenzeller Barthühner und ist als nationaler Rasseverein organisiert.

Züchterverein für ursprüngliches Nutzgeflügel (ZUN)
Präsidentin:
Astrid Spiri
Bühlstrasse 26
9217 Neukirch a. d. Thur
Tel. 071 642 48 11 (Montag ganzer Tag), astrid.spiri(at)zun-schweiz.ch
www.zun-schweiz.ch

Ansprechpartner für Appenzeller Barthühner beim ZUN:
Barbara Jakob
Längenbach 105
3543 Emmenmatt
Tel. 079 711 28 48, barbara.jakob(at)zun-schweiz.ch

Tiervermittlung

Appenzeller Barthühner suchen und anbieten auf:
www.tierische-raritäten.ch