Walliser Landschaf

Die schöne, urtümliche Schafrasse aus den Walliser Alpen stand Mitte der 1980-Jahre kurz vor dem Aussterben. Angesichts ihrer wiederentdeckten, vielfältigen Qualitäten hat sie neue Liebhaber*innen gefunden und wird nun vermehrt von Schafhalter*innenn in der ganzen Schweiz gewählt.

Im Wallis gab es einst mehrere Schafrassen wie zum Beispiel das Valser- oder das Visperschaf. Leider haben nur wenige von ihnen bis heute überlebt. Das Walliser Landschaf oder «Roux du Valais», wie es im französischen Teil des Wallis genannt wird, gehört glücklicherweise zu den Überlebenden. Als Vorfahren gelten unter anderen die inzwischen ausgestorbenen Kupferschafe sowie die Roux de Bagnes. Eine Verbindung wird auch zum bekannten Walliser Schwarznasenschaf angenommen, was beim Vergleich der speziellen Behornung der beiden Rassen nicht verwundert. Das einstige schwarze Lötschenschaf, das als eigene Rasse als ausgestorben gilt, lebt heute als schwarzer, seltener Farbschlag innerhalb der Roux-du-Valais-Rasse weiter. Als ProSpecieRara Mitte der 1980er-Jahre zusammen mit Züchter*innen ein Erhaltungsprojekt startete, stand das Walliser Landschaf kurz vor dem Aussterben. Man fand nur noch wenige Tiere, mit denen man den Wiederaufbau der Rasse starten konnte. 1994 wurde der Zuchtverein gegründet, der 1998 die Anerkennung der Walliser Landschafe als Schweizer Rasse beim Bund bewirken konnte. Heute ist «das Rote aus dem Wallis» in den meisten Regionen der Schweiz vertreten.

An extensive Haltung angepasst
Der Körperbau der Tiere ist mittel bis gross und harmonisch. Die Tiere sind standorttreu und besonders geländegängig. Ihr ruhiger Charakter und ihre Zutraulichkeit zeichnen sie aus. Sie haben robuste Klauen und als ob sie ihre Robustheit noch unterstreichen wollten, tragen beide Geschlechter auffällige, spiralig gewundene Hörner und typische, längliche Ramsnasen. Beine und Gesicht sind unbewollt. Viele Roux du Valais haben einen weissen Stern am Hinterkopf sowie eine weisse Schwanzspitze. Walliser Landschafe sind mit ihrer groben, langen Wolle gut gegen raue Bedingungen wie Nässe und Kälte geschützt. Die genügsamen Schafe sind ganzjährig fruchtbar und zeichnen sich durch unproblematische Geburten aus.

Mehrnutzung par excellence
Als klassische Mehrnutzungstiere leisten die Walliser Landschafe verschiedene wertvolle Dienste. Ihr Fleisch wird als fettarm und delikat gerühmt und erinnert im Geschmack an Wild. Die natürlich rotbraun oder schwarz gefärbte Wolle wird von Filzer*innen sehr geschätzt und hat zudem den Ruf, besonders gut bei Rheumabeschwerden zu helfen. Da die Tiere genügsame Raufutterverwerter sind, eignen sie sich ganz besonders für die Landschaftspflege, wo sie auch älteres, ausgereiftes Gras noch fressen, das andere Schafe verschmähen. Ihr fast schon ziegenhafter Appetit auf Rinden und Blattwerk macht sie zu idealen Partnern in der Pflege von ökologisch wertvollen Flächen wie zum Beispiel Waldweiden und Trockenwiesen.


Bestandesentwicklung

  • stabil

Nutzung

  • Fleisch
  • Wolle

Zuchtziele

  • Widerstandskraft, Geländegängigkeit, Langlebigkeit
  • Gute Fruchtbarkeit und Muttereigenschaften (Aufzuchtleistung)
  • Mittlere Mastfähigkeit auf der Basis von Raufutter
  • Schnelles Wollwachstum

Masse und Gewichte

Widerristhöhen
Auen mit zwei Jahren min. 60 cm
Widder mit zwei Jahren min. 65 cm

Gewichte
Auen 50-70 kg
Widder 60-90 kg

Partnerorganisation

Der Zuchtverein Walliser Landschaf führt das Zuchtbuch für die Walliser Landschafe und ist als nationaler Rasseverein organisiert.

Zuchtverein Walliser Landschaf (WLS)
Präsident:
Beat Spycher
Ahorn 54
3922 Eisten
Tel. 079 767 35 70, biohofahorn(at)hotmail.com
www.walliser-landschaf.ch

Tiervermittlung

Walliser Landschafe suchen und anbieten auf:
www.tierische-raritäten.ch


Wissen

Renaissance des Lötschenschafes