Seltene Ackerpflanzen anbauen & vermehren

Der Anbau von alten Ackerpflanzensorten kann sich für Landwirt*innen durchaus lohnen: Einerseits, weil immer mehr Menschen bewusst Alternativen zum modernen Weizen suchen, andererseits weil die alten Sorten interessante Partner in der Fruchtfolge sind.

«Superfood», Spezialbrote, Müeslimischungen: Eine gesunde Ernährung wird immer wichtiger. Gleichzeitig geht der Trend auch in Richtung Regionalität und Altbewährtes. Alte Ackerpflanzenarten wie z.B. Buchweizen, Hirse, Ackerbohnen oder Lein(samen), aber auch die Vorfahren des heutigen Weichweizens, etwa Emmer und Einkorn, passen hier dazu. Von all diesen Arten schlummern bei ProSpecieRara zahlreiche Sorten. Viele stammen aus spezifischen Regionen der Schweiz und sind für den dortigen Anbau bestens geeignet. Auch für die Produktion lokaler Spezialitäten bieten sie sich an.

Interessant in der Fruchtfolge
Zur Zeit experimentieren einige Landwirt*innen zusammen mit ProSpecieRara mit traditionellen Ackerbohnensorten (Vicia faba) als Erweiterung ihrer Produktepalette. Spannend dabei: Als Vertreterin der Leguminosen-Familie bilden ihre Wurzeln einen wertvollen Stickstoffspeicher, der dem Boden durch vorhergehend angebaute Ackerpflanzen – wie z.B. Mais oder Weizen – entzogene Nährstoffe zurückgibt. Dies und die gute Kältetoleranz machen die Ackerbohnen interessant für den (biologischen) Bergackerbau. Aber auch Buchweizen und andere Arten, die sonst auf den Feldern nicht (mehr) vorkommen, sind interessant in der Fruchtfolge. Die Abwechslung der genutzten Pflanzenfamilien sorgt für eine bessere Erholung des Bodens und beugt so z.B. Nährstoffmüdigkeit und Pflanzenkrankheiten vor.

Lokale Selektion
Über 150 Sorten aus 15 verschiedenen Ackerpflanzenarten werden von ProSpecieRara erhalten. Rund 2000 weitere Sorten aus 8 Ackerpflanzenarten schlummern in der Schweizerischen Genbank (www.bdn.ch). Welche unter all diesen Sorten nun die passendste für den eigenen Betrieb ist, lässt sich nicht so einfach beantworten. Ist die Standfestigkeit wichtiger als die Backqualität? Können spannende Geschmackseigenschaften einen geringeren Ertrag wettmachen? Interessierte Betriebe kommen nicht darum herum, einige Sorten auszuprobieren, um die persönlichen Favoriten zu finden. Es ist gar möglich, eine eigene Hofsorte zu kreieren! Internationale Projekte zeigen spannende Resultate, indem Landwirt*innen mit einem relativ vielfältigen Sortengemisch an ihrem Standort beginnen und Jahr für Jahr die besten Pflanzen auslesen und diese weitervermehren. So entsteht eine an den Standort bestens angepasste Sorte. Idealerweise werden dabei von Anfang an die Verarbeitung und die Endprodukte mitberücksichtigt.

Nahrhafte Produkte
Zu den meisten der alternativen Getreide- und Ackerkulturen gibt es Untersuchungen bezüglich Inhalts- und Nährstoffen. Wir vermeiden es aber, einer Kultur aufgrund einzelner Inhaltsstoffe den Stempel «Superfood» zu verleihen. Sicher ist jedoch, dass Emmer und Einkorn nicht nur bezüglich Geschmack Abwechslung in den Weizen-dominierten Alltag bringen, sondern auch bezüglich der Inhaltsstoffe. Integriert man zudem Hirse, Buchweizen oder andere Arten in seine Ernährung, wächst die Nährstoffvielfalt zusätzlich.

Regionale Spezialitäten
Eine abwechslungsreiche Ernährung aus regionaler Produktion ermöglichen und gleichzeitig für gesunde Böden sorgen – das sind die grossen Stärken der alternativen Ackerpflanzenkulturen. Allerdings sind auch bei lokal angepassten, hofeigenen Sorten – im Vergleich zu den stets weiterentwickelten modernen Handelssorten – geringere Erträge in Kauf zu nehmen. Dennoch kann der Anbau von Einkorn, Ackerbohnen & Co. auch aus finanzieller Sicht interessant sein. Dies vor dem Hintergrund, dass die Wertschätzung für gesunde, regionale und saisonale Produkte und eine intakte Umwelt glücklicherweise wieder wächst und somit auch die Akzeptanz der Kundschaft für höhere Preise steigt.


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