Neue Salatsorten braucht das Land

Das Projekt «Mit vereinten Gärten» von Sativa Rheinau AG und ProSpecieRara hat zum Ziel, auf Basis von alten Salatsorten neue, resistente zu entwickeln, die sich für den biologischen Anbau eignen.

Citizen Science Projekt – „Mit vereinten Gärten“
Ein gemeinschaftliches Züchtungsprojekt  der Sativa AG und der Stiftung ProSpecierara mit Hobby und Profigärtnern aus Mitteleuropa (Dtl, A, CH, B, F, NL)

Der Anbau von Lactuca-Salaten (z.B. Kopfsalat, Bataviasalat) im Herbst ist im biologischen Landbau schwierig, da anhaltend feuchte und mässig warme Witterung Pflanzenkrankheiten wie den Falschen Mehltau (Bremia lactucae) begünstigt. Manche alte Sorten haben eine gute Widerstandsfähigkeit, entsprechen aber nicht gewissen modernen Ansprüchen an einen Salat.

Mit dem Projekt «Mit vereinten Gärten» gehen Sativa und ProSpecieRara einen neuen Weg. Einen, der nachhaltig, offen und gemeinschaftlich ist. Ziel ist, eine neue, robuste Sorte zu finden, die ähnlich zu manchen alten Sorten breite Feldresistenzen hat. Die neue Sorte soll sich für den biologischen Anbau eignen, somit ohne den Einsatz von Fungiziden auskommen und zudem frei von Patenten bleiben.

Möchten Sie an der Entwicklung einer neuen und biologischen Salatsorte mitwirken?

Wir suchen Erwerbs- oder Hobbygärtner/-innen, die bei sich vor Ort einen Versuchsanbau durchführen. Sie bauen im Spätsommer im Freiland interessante Salat-Züchtungslinien an und geben dazu Rückmeldung. Das Bio-Saatgut bekommen Sie von Sativa gestellt.

Mitmachen, so funktionierts:

Anmelden kann man sich bis Mitte Mai über:
www.mit-vereinten-gaerten.org           oder                      www.unis-vers-potagers.org

Die Teilnehmer erhalten im Juni ein Paket  mit Versuchssaatgut, Stecketiketten mit Sortenkennzeichnung und einem Handbuch in deutsch oder französischer Version. In diesem Handbuch befinden sich Informationen rund um das Salat-Projekt und  eine Versuchsanleitung mit Beschreibungen und Tipps zu allen wichtigen Etappen.

Als Dankeschön gibt es auch eine Tüte „Wilde Salatmischung“ mit Saatgut aus der ersten Generation des Selektionsprozesses. In  dieser spannenden Mischung ist die ganze genetische Salat-Vielfalt enthalten, aus der unsere Züchter die neuen Sorten entwickeln.

Die Aussaat erfolgt je nach Region Ende Juni/Anfang Juli, die Bonitur wird je nach Region etwa Mitte September bis Mitte Oktober durchgeführt, wenn der Salat  vermarktungsfähig/reif ist. Danach werden die Beobachtungsergebnisse online eingegeben und der Salat kann gegessen werden.

Die Teilnehmer erhalten während des Versuchsanbaus zu allen Projektabschnitten (Ankunft des Teilnehmerpaketes, Aussaat, Auspflanzung, Anbau, Beginn der Salatbeobachtung, Dateneingabe und Projektabschluss) Begleitmails .

Bei weiteren Fragen oder Problemen können sich die Teilnehmer per Mail an das Projektteam wenden: info(at)mit-vereinten-gaerten.org     oder       info@unis-vers-potagers.org

Die Kommunikationssprachen sind auch hier deutsch und französisch.

Resultate erster Versuchsanbau 2019:

Der erste Testanbau  mit etwa 750 Teilnehmern aus Mitteleuropa hat stattgefunden, um zu sehen, ob die Idee funktioniert.

Wir hatten sehr gutes Feedback, allerdings waren die  klimatische Bedingungen schwierig (Saharahitze, Hagelstürme; Platzregen). Deshalb war rund die Hälfte der Rückmeldungen nicht verwertbar.

Nach der Auswertung der ersten Saison haben wir nun den Versuchsablauf und die Dateneingabe  angepasst und vereinfacht.

Die Teilnehmer 2020 bauen die Testsorten wie gehabt an, führen aber nur noch eine Bonitur (Beurteilung) am reifen Salat zum Mehltaubefall durch. Im ersten Versuchsanbau  waren noch 3 Bonituren erforderlich. Die Eingabe der Beobachtungsergebnisse erfolgt wieder online.

Wo geht’s hin:

Da das Züchtungsprojekt über mehrere Jahre ausgelegt ist, werden wir unser Gärtnernetzwerk beständig aufbauen und vergrössern, da wir genügend Daten sammeln müssen, um robuste Ergebnisse zu erhalten.
Ein weiteres Anliegen des Projektes ist es, mehr Bewusstsein für die Bio-Züchtung zu schaffen und eine Verbindung zwischen Züchtung, Anbau und Konsument herzustellen indem wir Gärtner/Anbauer als Mitgestalter in den Züchtungsprozess mit einbeziehen.

Züchtungsziel: Auf Basis einer breiten Widerstandsfähigkeit neue Salatsorten zu entwickeln, die den Ansprüchen des modernen nachhaltigen Bio-Salatanbaus entsprechen. Die neuen Sorten sollen frei von Patenten bleiben und zu einer neuen Vielfalt an robusten Salatsorten beitragen.

Aufgrund der Vielfältigkeit und Wandelbarkeit des Mehltauerregers ist es notwendig die Zuchtlinien der Salatsorten an möglichst vielen verschiedenen Orten in Mitteleuropa zu testen um die Linien zu finden, die an allen Standorten tolerant sind. Dies ist ein neuartiger Ansatz, der bisher nicht ausprobiert wurde und deshalb auch noch experimentellen Charakter hat.

  • Der Versuchsanbau an möglichst vielen Standorten in Mitteleuropa ist nur mit Hilfe von vielen Gärtnern möglich.

Deswegen machen Gärtner/innen mit: (Teilnehmerfeedbacks)

  • das Experimentieren und Beobachten der Pflanzen in ihrer Entwicklung, dazulernen
  • Teilnehmer an wissenschaftlichen Projekt/Forschung
  • Pflanzenzüchtung zurück in die Gärten im Interesse der Allgemeinheit
  • Teilhaben an einem spannenden Projekt, praktischer Einblick in die Züchtung
  • gemeinsam einen Beitrag zur Entwicklung von Biopflanzen leisten. Leckere Salate probieren
  • Aktiv an der Züchtung einer neuen Sorte teilhaben.
  • Etwas für einen guten Zweck machen

Steckbrief

Förderung über Nutzung/Vermarktung
2019

Auf Basis von alten, resistenteren Sorten neue Salatsorten entwickeln, die widerstandsfähiger gegen Mehltau sind

durch Sativa Rheinau AG