Neue Salatsorten braucht das Land

Das Projekt «Mit vereinten Gärten» von Sativa Rheinau AG und ProSpecieRara hat zum Ziel, auf Basis von alten Salatsorten neue, resistente zu entwickeln, die sich für den biologischen Anbau eignen.

Der Anbau von Lactuca-Salaten (z.B. Kopfsalat, Bataviasalat) im Herbst ist im biologischen Landbau schwierig, da anhaltend feuchte und mässig warme Witterung Pflanzenkrankheiten wie den Falschen Mehltau (Bremia lactucae) begünstigt. Manche alte Sorten haben eine gute Widerstandsfähigkeit, entsprechen aber nicht gewissen modernen Ansprüchen an einen Salat.

Mit dem Projekt «Mit vereinten Gärten» gehen Sativa und ProSpecieRara einen neuen Weg. Einen, der nachhaltig, offen und gemeinschaftlich ist. Ziel ist, eine neue, robuste Sorte zu finden, die ähnlich zu manchen alten Sorten breite Feldresistenzen hat. Die neue Sorte soll sich für den biologischen Anbau eignen, somit ohne den Einsatz von Fungiziden auskommen und zudem frei von Patenten bleiben.

Möchten Sie an der Entwicklung einer neuen und biologischen Salatsorte mitwirken?

Wir suchen Erwerbs- oder Hobbygärtner/-innen, die bei sich vor Ort einen Versuchsanbau durchführen. Sie bauen im Spätsommer im Freiland interessante Salat-Züchtungslinien an und geben dazu Rückmeldung. Das Bio-Saatgut bekommen Sie von Sativa gestellt. Melden Sie sich an unter www.mit-vereinten-gaerten.org

In alten Sorten liegt der Schlüssel
Mehltau ist ein Pilz, der an vielen Orten in genetisch unterschiedlichen Stämmen auftritt. In der herkömmlichen Pflanzenzüchtung werden Salatsorten unter Laborbedingungen zwar auf Resistenz gezüchtet, besitzen aber nur sogenannte monogene Resistenzen, die einen Schutz gegen einzelne, bereits identifizierte Mehltau-Stämme bieten. Da Mehltau aber sehr anpassungsfähig ist, sind diese Resistenzen bereits nach kurzer Zeit (1-2 Jahren) wieder gebrochen. Wenn für einen Mehltaustamm eine Resistenz identifiziert wurde, wird das Saatgut in der Regel patentiert, so dass eine Verwendung auch für die weitere Sortenentwicklung streng limitiert ist.

Es gibt Sorten, die widerstandsfähiger als andere sind. Bei manchen der traditionellen Sorten wird man fündig, etwa beim Bataviasalat Laibacher Eis. Diese Sorte trägt eine allgemeine Widerstandsfähigkeit gegenüber Mehltau, eine Feldresistenz, in sich.

Manche alte Sorten entsprechen aber nicht bestimmten modernen Ansprüchen an einen Salat, z.B. eine intensive Farbe, viel Herz oder gute Haltbarkeit. Doch sie können Eigenschaften in sich tragen, die für moderne Sorten interessant sind.

Auf Basis von solchen alten Sorten entwickelt Sativa im Projekt «Mit vereinten Gärten» neue Sorten und möchte diese unter einer Vielzahl von Umweltbedingungen testen.

So erfolgt der Anbau vor Ort
Damit der Salat mit einer Vielzahl von Mehltaustämmen in Berührung kommt, ist es notwendig, dass die Sorten an einer Vielzahl von Standorten in Mitteleuropa angebaut werden. Hierzu werden Erwerbsgärtner/-innen, aber auch interessierte Hausgärtner/-innen gesucht, die bei sich vor Ort einen Versuchsanbau durchführen.

In dem Versuch werden im Spätsommer mehrere Salatsorten angebaut und im Laufe des Wachstums die Stärke des Mehltaubefalls beschrieben. Erst dann sind eine Auswahl oder neue Kreuzungen sinnvoll und die Suche nach der widerstandsfähigen Bio-Salatsorte kann fortgesetzt werden.

Wer kann beim Salat-Projekt teilnehmen?
Damit der Salat mit einer Vielzahl von Mehltaustämmen in Berührung kommt, ist es notwendig, dass die Sorten an vielen verschiedenen Standorten in Mitteleuropa angebaut werden. Nur mit Ihrem Versuchsanbau ist es möglich, das ökologische Verhalten der neuen Sorten zu verstehen.

Voraussetzungen für die Teilnahme:

  • Ungedeckte Beetfläche von 5 m2 bzw. besser 15 m2 für eine Gesamtzahl von zwischen 40 bis 140 Pflanzen
  • Anbauzeitraum von Juli bis September
  • Einfache Computerkenntnisse und Internetzugang für die Eingabe der erhobenen Daten

Weitere Informationen:

  • Sativa stellt das Saatgut und Anleitungen zur Verfügung
  • Sie ziehen den Salat vor und bauen ihn so an, wie Sie ihn normalerweise bei sich kultivieren (z.B. Rein- oder Mischkultur)

Nach der Datenerhebung können Sie die verschiedenen Salatsorten selbstverständlich essen. Wir freuen uns auch über Ihre Rückmeldung zum Geschmack.

Das Projekt «Mit vereinten Gärten» ist ein Gemeinschaftsprojekt von Sativa Rheinau AG und ProSpecieRara.

Steckbrief

Förderung über Nutzung/Vermarktung
2019

Auf Basis von alten, resistenteren Sorten neue Salatsorten entwickeln, die widerstandsfähiger gegen Mehltau sind

durch Sativa Rheinau AG