Schweizer Hühnerrassen auf dem Prüfstand

2021-2023 werden die Schweizerhühner, die Appenzeller Barthühner und die Appenzeller Spitzhaubenhühner sowohl hinsichtlich der Verwandtschaftsgrade innerhalb der Rassen getestet, als auch bezüglich ihrer Lege- und Reproduktionsleistung. Die Zucht wird so auf einem nachhaltigen, soliden Fundament weiter aufgebaut.

Ein prächtiger Appenzeller Barthuhn-Hahn

Blutentnahme bei einem Schweizerhuhn-Hahn, am 27.3.21

Schweizerhuhnküken

Eine Gruppe Schweizerhuhn-Hennen

Sandra Serretti

Spitzhaubenhenne

Dank der Finanzierung durch das Bundesamt für Landwirtschaft, kann das Projekt in Zusammenarbeit von ProSpecieRara mit dem Züchterverband für ursprüngliches Nutzgeflügel (ZUN), der BFH/HAFL und der Universität Bern durchgeführt werden.

Die Fragestellungen sind:

  • Wie steht es um die Verwandtschaftsbeziehungen und Inzuchtgrade unserer Hühnerpopulation?
  • Welche Lege- und Aufzuchtsleistungen dürfen wir unseren drei Hühnerrassen zuschreiben?

Das zentrale Ziel ist, durch klare Verwandtschaftsdaten dem Herdebuch eine stabile Grundlage zu geben. Im Hinblick auf dieses Hauptziel werden zudem die Lege- und die Reproduktionsleistungen ermittelt, damit die drei Rassen besser charakterisiert werden können.

1. Einschätzung der Verwandtschaftsbeziehungen
Dies ist der wichtigste und für die Rassenerhaltung wertvollste Teil des Projekts. Hier ist das Ziel, pro Zuchtgruppe einen Hahn und zwei Hennen zu genotypisieren. Die Hühnerzüchter*innen, also jene, die auch einen Hahn halten und Bruteier weitergeben oder Küken aufziehen, waren aufgefordert, mit drei ihrer Tiere an einen der vier Standorte zu reisen (Wetzikon/TG, Magnedens/FR, Croglio/TI, Zollikofen/BE), wo Veterinärmediziner*innen der Universität Bern Blutproben entnahmen. Mit diesen Blutproben können dann im Laufe des Projekts die Verwandtschaftsbeziehungen genetisch ausgewertet werden.

2. Erfassung der Legeleistungen der drei Hühnerassen
Hier sind alle Halter*innen der drei Hühnerassen gefragt, also auch jene, die keinen Hahn halten. Während 12 Monaten (ab April 2021) soll täglich erfasst werden, wie viele Eier gelegt werden. Ende Monat werden die Resultate jeweils an die Projektleitung gesendet. Nach einem Jahr kann die durchschnittliche Legeleistung pro Tier für jede Rasse ermittelt werden.

3. Erfassung der Reproduktionsleistung der drei Hühnerrassen
Alle Züchter*innen, welche 2021 oder 2022 Küken ausbrüten und aufziehen, sind hier um Mithilfe gebeten. Auf einem Meldeblatt wird die Befruchtungs- und die Schlupfrate eingetragen, ebenso die Sterblichkeit nach dem Schlupf oder allfällige Körperanomalien. Damit erhalten wir aus den beiden Brutsaisons ’21 und ’22 eine gute Einschätzung der Reproduktionsleistungen der Schweizerhühner, Appenzeller Spitzhauben und Appenzeller Barthühner.

Ein ganz grosses Dankeschön geht an die Züchterschaft, welche diesen vorübergehenden Mehraufwand auf sich nimmt und beim Projekt mitmacht. Auf die Resultate warten wir alle gespannt.

Steckbrief

Erhaltungsprojekt
2021

Erforschung der verwandtschaftlichen Beziehungen innerhalb der Rassen, sowie der Lege- und Reproduktionsleistung

Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesamtes für Landwirtschaft finanziert.

Das Projekt ist im Frühling 2021 gestartet.

Erwin Kump
Projektleiter Tiere

Ein herzliches Dankeschön an unsere Projektsponsoren: