Ribes rubrum et hybr.

Die Anfänge der Kultur sind nicht genau bekannt. Vermutlich wurden zuerst an verschiedenen Orten die Wildformen genutzt: in mitteleuropäischen Gebirgen die Felsen-Johannisbeere (Ribes petraeum), in Westeuropa die Rote Johannisbeere (Ribes rubrum) und im nördlichen und östliche Europa die Ährige Johannisbeere (Ribes spicatum). Die heutigen roten, rosafarbenen und weissen Kulturformen stammen von diesen drei Wildarten und Einkreuzungen der Vielblütigen Johannisbeere (Ribes multiflorum) ab.
Das Holz der Johannisbeeren ist äusserst frostfest, die relativ frühe Blüte ist hingegen spätfrostgefährdet. Der Name und die Reife der Johannisbeere ist eng mit dem Johannistag (Sommersonnenwende) verknüpft.

BR-22740

Gloire des Sablons

Beeren
Garten-Johannisbeeren
Johannisbeeren rosa

Philippe Ammann

Martin Frei

Martin Frei

Francois Hérincq (Botaniker)

Martin Frei

In Frankreich 1854 gezüchtet, auch als "Rose de Champagne" gehandelt. Bevorzugt eine sonnige bis halbschattige Lage. Bildet grüne Blüten Mitte Juni. Die Beeren sind rosa panachiert, in langen, locker besetzten Trauben. Das Fruchtfleisch ist süss-säuerlich und aromatisch, Die Erntezeit ist im Juli/August. Die Früchte eignen sich zum Frischverzehr sowie zur Herstellung von Marmelade, Saft und Gebäck. Im deutschen Sprachraum wegen der schönen Aderung auch als "Gestreifte Perl-Johannisbeere" bezeichnet.

Anbau
Pflanzung: Pflanzzeit für wurzelnackte Pflanzen ist vorzugsweise im Herbst oder zeitigen Frühjahr, Containerpflanzen ganzjährig möglich. Bei der Pflanzung die 3-4 stärksten Triebe belassen und auf ein Drittel ihrer Länge zurückschneiden, überzählige Triebe wegschneiden. Pflanzabstand 1.3 - 1.5 m. Eher tiefe Pflanzung.
Pflege: Jährlicher Verjüngungs- und Auslichtungsschnitt während der Vegetationsruhe, Buschaufbau mit 10-12 Gerüstästen, die im Zyklus von vier bis fünf Jahren erneuert werden: jedes Jahr die drei ältesten Triebe bodeneben wegschneiden und durch eine entsprechende Anzahl neuer, kräftiger Basistriebe ersetzen, alle überzähligen Basistriebe entfernen, Seitentriebe an den Gerüsttrieben auslichten, zu kräftige Konkurrenztriebe wegschneiden. Regelmässige Unkrautbekämpfung Mulchen (kein frischer Häcksel), Bewässerung bei Trockenheit.
Pflanzenschutz: Priorität haben vorbeugende Massnahmen wie regelmässiger Strauchschnitt und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Einige Sorten sind anfällig für Blattfallkrankheit, diese hat aber keine schwerwiegenden Auswirkungen.
Von der Johannisbeerblasenlaus befallene Blätter werden abgepflückt und entsorgt. Als Mittel gegen Blattläuse hat sich Schmierseife bewährt, diese muss bei der Johannisbeerblattlaus aber von unten an die Blattunterseite apliziert werden.
Düngung: Verrotteter Mist oder qualitativ hochwertiger Kompost vor dem Austrieb.

Anspruch
Bezüglich Boden, Klima und Licht weniger anspruchsvoll als andere Beerenarten, Anbau bis ca. 1400 m ü. M. Ideal ist ein halbschattiger bis sonniger Standort mit durchlässigem, humusreichem Boden. Keine Staunässe!

Pflanzabstand
150 x 150 cm

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Pflanzzeit                                                
Blütezeit                                                
Ernte                                                

Anbau
Der Anbau für die Vermehrung unterscheidet sich in folgenden Punkten vom normalen Anbau:
Eine dauerhafte Erhaltung und Vermehrung ist nur in Straucherziehung möglich. Dazu müssen die Pflanzen unbedingt bereits zu Beginn genügend tief gepflanzt werden! Das heisst, dass die untersten ruhenden Knospen am Holz nach der Pflanzung knapp unter der Erdoberfläche zu liegen kommen. Containerpflanzen werden daher mind. 5 cm tiefer gepflanzt.
Gedüngt wird nur soviel, wie für eine gute Pflanzengesundheit nötig ist; starke Stickstoffgaben fördern Pilze.

Anspruch
Bezüglich Boden, Klima und Licht weniger anspruchsvoll als andere Beerenarten, Anbau bis ca. 1400 m ü. M. Ideal ist ein halbschattiger bis sonniger Standort mit durchlässigem, humusreichem Boden. Keine Staunässe!

Pflanzabstand
130-150 x 150 cm

Befruchtungsart
Selbst- und Fremdbefruchtung (Insekten)

Vermehrungsart
Ableger/Absenker, Stecklinge/Risslinge, Veredeln

Saat-/Pflanzgutgewinnung
Johannisbeeren werden über Steckhölzer vermehrt. Das Steckholz sollte eine Länge von ca. 15 bis 20 cm, mindestens aber fünf Blattknoten aufweisen und wird an den Enden jeweils ca. 0.5 cm ober- resp. unterhalb der Knospe abgeschnitten.
Die vorbereiteten Steckhölzer können im Freiland gesteckt werden. Hierzu macht man mit einem Spaten einen schmalen Graben in den Gartenboden, füllt ihn bis zur Hälfte mit lockerer Erde und steckt die Steckhölzer im Abstand von 3 bis 4 cm, so dass nur noch die obersten 2 Knospen aus dem Boden heraus schauen. Anschliessend wird der Spalt mit Erde aufgefüllt. Die Erde um die Steckhölzer herum andrücken und dann angiessen.Anstelle einer Anzucht im Freiland können die Steckhölzer auch in tiefen Töpfen mit lockerem Anzuchtsubstrat an einem hellen, frostgeschützten Standort angezogen werden. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Erde nicht austrocknet, um den Wurzelbildungsprozess nicht zu stören bzw. zu unterbrechen.
Die verschiedenen Johannisbeer-Sorten bewurzeln sich unterschiedlich rasch und gut. Erfolgreich bewurzelte Steckhölzer erkennt man daran, dass nach dem ersten Blattaustrieb weitere junge Blätter gebildet werden und ein Triebwachstum einsetzt. Bei schlechtem Bewurzelungserfolg empfiehlt sich ein erneuter Versuch mit einem Steckholzschnitt im September.
Gut entwickelte Jungpflanzen können bereits im folgenden Herbst an den vorgesehenen Standort umgepflanzt werden, bei schwacher Entwicklung empfiehlt sich ein weiteres Jahr zuzuwarten. Für die Verpflanzung werden die Jungpflanzen sorgfältig ausgegraben und die ober- und unterirdischen Pflanzenteile eingekürzt. Dabei schneidet man den neu gebildeten Trieb erneut bis auf 2-3 Knospen an der Basis des neu zugewachsenen Holzes zurück. Die Pflanzung erfolgt tiefer in eine mit lockerer Erde gefüllte Pflanzgrube, wobei die obersten Knospen knapp aus dem Boden herausschauen. Damit die unscheinbaren Knospen bis zum nächsten Frühling keinen Schaden erleiden, werden die Pflanzstandorte markiert, sowie regelmässig von Unkraut freigehalten und bei Bedarf gewässert.

JanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Pflanzzeit                                                
Blütezeit                                                
Saat-/Pflanzguternte                                                

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Kommerzielle Anbieter

Die Erlebnisgärtnerei
Martin Dietwyler
Haselweg 3
5235 Rüfenach AG
056 284 15 70
www.dieerlebnisgaertnerei.ch

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Familie Glauser's Bio-Baumschule, Ruedi & Therese Glauser
Limpachmatt 22
3116 Noflen
031 782 07 07
glauser(at)biobaumschule.ch
www.biobaumschule.ch

Vivaio forestale cantonale di Lattecaldo
Francesco Bonavia
Lattecaldo
6835 Morbio Superiore
091 683 18 39
www.ti.ch DP Temi Portale

Gärtnerei Homatt AG
Patrick Biedermann
Homatt
6017 Ruswil
info(at)homatt.ch
www.homatt.ch

Steckbrief

 mehrjährig
 vollsonnig, halbschattig
 tiefe Lagen, mittlere Lagen
 Hausgarten, Landwirtschaft
 mittel
 feucht/frisch
 Strauch, Busch
 Dekoration, Rohgenuss