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Mit Stadt-Tomaten Zeichen setzen
Der Zugang zu Saatgut wird immer stärker limitiert, die Grundlage unserer Ernährung liegt in den Händen von wenigen Saatgutmultis. Mit dem Projekt „Stadt-Tomaten“ macht die Stiftung ProSpecieRara auf diesen Missstand aufmerksam und motiviert, selber dagegen ein Zeichen zu setzen – mit wunderbaren Tomaten frisch vom eigenen Balkon.
Die ’Allschwil’ und die ’Rotgelb gestreifte Runde’ warten genauso darauf entdeckt zu werden wie die ’Jaune de Chardonne’, die ’Zitronentomate’ und 16 weitere seltene Sorten. Die Stiftung ProSpecieRara sorgt dafür, dass diese Tomaten-Raritäten nicht aussterben. In der Samenbibliothek am Hauptsitz in Basel lagert ihr Saatgut gemeinsam mit Samen von rund 1600 weiteren Gemüse- und Zierpflanzensorten. Dieses Saatgut dient der Sortenerhaltung und wird normalerweise nur an ausgebildete Vermehrer abgegeben. Dieses Jahr macht ProSpecieRara für eine kurze Zeit eine Ausnahme: Wer sich vom 3. März bis zum 6. April auf www.stadt-tomaten.ch registriert kann sich seine Lieblingssorte unter den 20 präsentierten aussuchen und sich kostenlos ein Samenpäckchen bestellen (so lange Vorrat).

Der Tomatenkreislauf
Natürlich geschieht dies nicht ohne Hintergedanken. Die Besteller werden angeregt, diese Sorte nicht nur gross zu ziehen und im Sommer die Früchte zu geniessen, sondern sie sollen auch Samen daraus ernten, diese im kommenden Jahr wieder anbauen und an Freunde weitergeben. So helfen sie mit, dass die raren Sorten wieder breiter bekannt werden und sich auf Balkonen und in Gärten verbreiten. Die Anleitung (Starter-Kit), welche zusammen mit dem Saatgut verschickt wird, bildet den ganzen Tomatenkreislauf – vom Samen zum Setzling, zur Frucht und wieder zum Samen – ab.

Globalisiertes Saatgut
Dass man Tomaten oder Gemüse im Allgemeinen selber vermehren kann, ist heute nicht mehr selbstverständlich. Dies liegt nicht (nur) am mangelnden Wissen, sondern auch daran, dass die grossen Saatgutfirmen heute primär Hybridsorten auf den Markt bringen. Das sind Produkte aus komplizierten Kreuzungen mit dem Ziel, spezifische Sorteneigenschaften für eine einmalige Ernte zu fördern. Vermehrt man diese selber weiter, splitten sie wieder in verschiedene Aspekte ihrer Grosselterngeneration auf – die Ernte im Folgejahr wird enttäuschend, weil der einmalige Super-Effekt verloren gegangen ist. Die Saatgutfirmen haben so die Gewissheit, dass Jahr für Jahr neues Saatgut gekauft werden muss. Da heute kaum noch anderes Saatgut verfügbar ist und weltweit nur noch ein paar wenige grosse Firmen den ganzen Saatgutmarkt beherrschen, liegt die Grundlage der globalen Ernährung faktisch in den Händen dieser Saatgutmultis wie Monsanto, Syngenta und Co. – eine beunruhigende Tatsache.

Zeichen setzen
Wer Stadt-Tomaten pflanzt setzt ein Zeichen für die freie Nutzung, Verfügbarkeit und Verbreitung von Saatgut. Und erlebt selber, was es heisst, einen Tomatensalat aus gelben, violetten, gezahnten oder ovalen Tomaten frisch ab Pflanze zu geniessen. Natürlich fehlt auch in diesem Jahr der Fotowettbewerb nicht. Wer ab August ein Foto seiner Tomaten hochlädt und die Publikumsjury von seinem Werk überzeugt, gewinnt einen Balkontag mit der Gartenkolumnistin Sabine Reber. Zusammen mit ihr richtet sich der Gewinner im Frühling 2015 seinen Balkon mit vielen ProSpecieRara-Sorten ein. Auf die Plätze 2 bis 15 warten u.a. ein Kombisteamer von Bauknecht und eine Kaffeemaschine von Melitta.



Das Projekt Stadt-Tomaten wird unterstützt von: