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Vor Entscheidung: Europäische Patente auf Pflanzen und Tiere
Seit dem 27. Oktober 2014 diskutiert die sogenannte Grosse Beschwerdekammer des Europäischen Patentamptes (EPA) mit der Industrie darüber, ob Saatgut, Früchte, Pflanzen und Tiere aus der konventionellen Züchtung so wie technische Erfindungen patentiert werden können. Das EPA hat 2013 rund 1,5 Mia. Euro mit Patentverfahren verdient. Damit liegt ein Interessenskonflikt vor.
„Freiheit für Tomate und Brokkoli, für Verbraucher und Landwirte! Die Politik muss den Ausverkauf unserer Lebensgrundlagen stoppen“, fordern die Demonstranten, welche sich am 27. Oktober vor dem EPA in München versammelt haben.

Angetrieben durch immer mehr Patente, die auf Saatgut und Pflanzen erteilt werden, hat die Marktkonzentration im Bereich der Saatgutproduktion bei Gemüse, Mais und Soja schon jetzt ein extremes Ausmass erreicht: Inzwischen kontrollieren lediglich fünf Unternehmen den Markt für Mais-Saatgut in der EU, beim Saatgut für Gemüse kontrolliert dieselbe Anzahl von Firmen bereits 95 Prozent des EU-Marktes.
Etliche Tausend Patente auf Pflanzen und Tiere wurden beim Europäischen Patentamt (EPA) angemeldet und ein großer Teil auch erteilt, wobei eine steigende Anzahl auch Produkte aus der konventionellen Züchtung betrifft: Mehr als 7500 Patentanmeldungen auf Pflanzen und etwa 5000 Patentanmeldungen auf Tiere sind eingereicht. Etwa 2400 Patente auf Pflanzen und 1400 Patente auf Tiere sind bereits erteilt. Über 100 vom EPA bereits erteilte Patente betreffen die konventionelle Züchtung, etwa 1000 weitere Anträge sind in dieser Kategorie eingereicht. Die Reichweite von vielen dieser Patente ist extrem umfangreich und erstreckt sich oft auf die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung, vom Acker bis zum Verbraucher.

In einem neuen Bericht der Koalition No patents on seeds (ProSpecieRara ist Mitglied) werden verschiedene Fälle von im Jahr 2013 erteilten Patenten vorgestellt: Diese betreffen zum Beispiel Paprika, die von wilden Sorten aus Jamaika abstammt, Tomaten, die in einer internationalen Genbank in Deutschland gelagert wurden, zufällige Mutationen bei Sonnenblumen und die Auswahl von wilden Verwandten der Sojabohne, die in Asien und Australien beheimatet sind.